Heiko Maas, Bundesaussenminister, aufgenommen im Rahmen einer Gedenkzeremonie im Ehrenhain in Masar-e Scharif, 29.04.2021. Maas reist nach Afghanistan fuer politische Gespraeche und einen Besuch der stationierten Soldaten der Bundeswehr. Masar-e Scharif Afghanistan *** Heiko Maas, German Foreign Minister, photographed at a memorial ceremony in the grove of honour in Mazar e Sharif, 29 04 2021 Maas travels to Afghanistan for political talks and a visit to stationed soldiers of the German Armed Forces Mazar e Sharif Afghanistan Copyright: xFlorianxGaertner/photothek.dex

Heiko Maas bei einem Besuch in Afghanistan Bild: imago images / Florian Gaertner/photothek.de

Bundeswehr zieht ab: "Auftrag in Afghanistan ist beendet"

Die Bundeswehr hat nach fast 20 Jahren offiziell mit dem Abzug aus Afghanistan begonnen. "Unser Auftrag in Afghanistan ist beendet", teilte das Verteidigungsministerium am Freitag mit. Ein Sprecher des Ministeriums sagte in Berlin: "Der geordnete und abgestimmte Abzug der Nato und ihrer Partner hat heute begonnen." Die Nato-Ausbildungsmission "Resolute Support" werde das Land spätestens im September verlassen haben.

Am Freitag waren noch 1067 deutsche Soldaten in dem Land, vor allem im nordafghanischen Masar-i-Scharif. Die Zahl wird zunächst noch leicht zunehmen, um die Rückführung des Materials zu organisieren. "Vom Mehrzweckhubschrauber bis zum Kranwagen - alles wird jetzt zurück nach Deutschland transportiert", schrieb das Verteidigungsministerium auf Twitter.

Deutschland wird Afghanistan weiterhin unterstützen

Der Afghanistan-Exit der Bundeswehr ist Teil des Abzugs der gesamten Nato-Truppen aus Afghanistan. "Wir planen, unseren Rückzug innerhalb weniger Monate abzuschließen", sagte ein Nato-Vertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) reiste anlässlich des Truppenabzugs nach Kabul und sicherte eine Fortsetzung des deutschen Engagements in dem Land zu. "Deutschland bleibt ein verlässlicher Partner an der Seite der Menschen in Afghanistan", erklärte er im Onlinedienst Twitter.

Ein wesentlicher Baustein für die Zukunft der Sicherheit in Afghanistan ist die Finanzierung der lokalen Sicherheitskräfte. Diese wurden seit dem Ende des Isaf-Kampfeinsatzes 2014 im Zuge der Nachfolgemission der Nato von den internationalen Truppen ausgebildet und sollen in Zukunft das Land alleine verteidigen. Bis zu einem gewissen Grad wird ihnen das zugetraut - jedoch müssen Polizei und Soldaten weiterhin angemessen entlohnt werden. Hierbei hängt die afghanische Regierung von den internationalen Geldgebern ab. Korruption ist weiterhin ein großes Problem am Hindukusch. Wird der Sicherheitsapparat durch die Taliban oder Warlords korrumpiert, bricht dieser über kurz oder lang in sich zusammen.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) geht davon aus, dass Afghanistan auf absehbare Zeit auf internationale Unterstützung angewiesen ist. Wie sie dem Deutschlandfunk zuletzt sagte, könnten Zahlungen an Bedingungen geknüpft werden - "zum Beispiel an die Einhaltung von gewissen Standards", etwa "dass auch Frauen und Mädchen weiter Zugang zu Bildung haben".

Warnungen für Verschlechterung der Sicherheitslage

Allerdings gibt es laut einem Medienbericht in der Bundesregierung die Befürchtung, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan nach dem Abzug der Truppen verschlechtern könnte. Wie der "Spiegel" unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht von Experten des Auswärtigen Amts und des Bundesverteidigungsministeriums berichtete, stellen sich die Experten auf "eine weitere, erhebliche Verschlechterung der Sicherheitslage" ein, sollte "keine Einigung mit den Taliban über Art, Umfang und verlängerte Dauer der Präsenz internationaler Streitkräfte" erzielt werden.

Die Experten warnten demnach, dass internationale Organisationen in Afghanistan wieder vermehrt zum Ziel von Anschlägen werden könnten. Absolute "Worst-Case-Szenarien, wie zum Beispiel ein Bürgerkrieg mit Sturm auf Kabul" und damit auch die Schließung der deutschen Botschaft, seien "nicht völlig auszuschließen", zitierte der "Spiegel" aus der Analyse der Experten.

(nb/dpa/afp)

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