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Hongkong: Demonstranten räumen nach Protesten auf – und werden dafür gefeiert

17.06.2019, 18:38

Die Proteste in Hongkong sind auch am Wochenende weitergegangen. Nach Schätzungen der Protestgruppe Civil Human Rights Front (CHRF) waren fast zwei Millionen Menschen auf der Straße.

Ihr Protest zeigt Wirkung. Die Regierung in Hongkong legte einen umstrittenen Gesetzentwurf zu Auslieferungen an China auf Eis. Am Montag kam schließlich Joshua Wong, der 22-jährige Kopf der Demokratie-Bewegung der Millionenmetropole, nach einem Monat Haft frei.

Die Bilder der Proteste gehen um die Welt. Die Demonstranten sind friedlich, ausdauernd, aufmerksam gegenüber Journalisten – und haben offenbar auch etwas gegen Müll.

Denn: Nach den Protesten sind die Straßen Hongkongs blitzeblank.

Demonstrant in Hongkong: "Wir wollen nur unserer Verantwortung nachkommen"

Fotos von den Aufräumarbeiten der Demonstranten zirkulieren schon seit Tagen im Netz. Bemerkenswert ist das Engagement der Menschen vor allem, weil sie auch jene Plätze säubern, auf denen sie zuvor noch von der Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen attackiert wurden.

"Wir wollen nur unserer Verantwortung nachkommen. Nachdem wir den Müll verursacht haben, ist es unsere Verantwortung, ihn aufzuräumen", sagt ein junger Demonstrant der Nachrichtenagentur AFP.

"Unglaublich", kommentierte eine US-Reporterin von "Quartz" auf Twitter die Aktionen.

Das sorgt dafür, dass man glauben könnte: Da war nie eine Demonstration. Die Bilder des Autors Kong Tsung-gan auf Twitter zeigen das.

Dazu schreibt er: "Zwei Millionen Menschen marschierten gestern hier, es war die ganze Nacht voll, und es gibt keinen Müll auf der Straße."

Die britische Nachrichtenseite "Independent" sprach mit der Demonstrantin Ennie Chan, die am Sonntag auch auf der Straße war. Sie berichtet: "Ich habe junge Leute gesehen, die verschiedene Beutel hielten, um den Müll der letzten Nacht wegzubringen. Es gab viele Leute, die den Müll wegräumten."

Auch wenn die Proteste keine sichtbaren Spuren hinterlassen: Etwas hat sich verändert in Hongkong. Die so unbeliebte Regierungschefin Carrie Lam ist angezählt. Laut einem Bericht der AFP zweifeln hohe Beamte in Peking an, dass Lam ihrer Aufgabe gewachsen ist.

Die Menschen in Hongkong gehen für mehr Demokratie auf die Straße. 156 Jahre lang war die Stadt unter britischer Herrschaft, 1997 wurde sie an China zurückgegeben. Doch vor allem viele junge Menschen wollen keine engere Bindung an das autokratische Regime in Peking.

(ll)

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