Nashörner und Tiger gehören beide zu den bedrohten Tierarten. Ihr Bestand ist auch von Wilderen bedroht. 
Nashörner und Tiger gehören beide zu den bedrohten Tierarten. Ihr Bestand ist auch von Wilderen bedroht. imago-montage
International

Nashorn und Tiger – Chinesen dürfen bald wieder Knochen von bedrohten Tieren kaufen

30.10.2018, 09:57

Umweltschützer blicken besorgt nach China: Der Staatsrat in Peking hat am Montag den Handel mit Tigerknochen und den Hörnern von Nashörnern von gezüchteten Tieren teilweise legalisiert.

  • Laut der Regierung soll die Verwendung von Nashornhörnern und Tigerknochen für Forschung und Heilung in der traditionellen chinesischen Medizin gestattet werden.
  • Die Ausnahme für das 1993 in Kraft gesetzte Verbot gilt demnach für zertifizierte Krankenhäuser und Ärzte. Sie dürfen künftig Teile von Tieren nutzen, die in Gefangenschaft auf Farmen gezüchtet wurden.
  • Die Entscheidung hat zu scharfer Kritik von Tierschützern geführt.

Die Naturschutzorganisation WWF nannte Chinas Vorgehen einen "enormen Rückschlag" für den Artenschutz. Vorstand Eberhard Brandes meinte: "Es ist zutiefst beunruhigend, dass China sein 25 Jahre altes Verbot des Handels mit Tigerknochen und Nashornhorn aufgehoben hat."

  • Die Naturschützer des WWF befürchten, dass illegale Produkte gewaschen werden und so in den Handel fließen.
  • Gleichzeitig geht man beim WWF davon aus, dass die Nachfrage auf dem Tierknochen-Markt angeheizt wird und so der Wildereidruck auf freilebende Tiere weiter steigt.
Chinesische Medizin:
Nashorn- und Tigerteile wurden seit Jahrhunderten in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet, um etwa Fieber, Lebensmittelvergiftungen oder Impotenz zu behandeln. Während führende Stimmen in der traditionellen chinesischen Medizin seit Jahren offiziell von der Verwendung von Nashorn- und Tigerteilen abgeraten haben, gab es jedoch weiterhin einen Untergrundhandel.

Die Tierschützer bezeichneten Pekings plötzliche Entscheidung als einen "deutlichen Widerspruch" zur bisherigen Haltung der chinesischen Führung. China hatte im vergangenen Jahr viel Lob geerntet, weil es den Handel mit Elfenbein nach Jahrzehnten verboten hatte.

(pb/dpa)

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