imago/reuters-montage

"Seien Sie kein Narr!": Trump schreibt wirren Brief an Erdogan

17.10.2019, 02:2917.10.2019, 06:34

Er erstaunt immer wieder: Wie in der Nacht zu Donnerstsag bekannt wurde, hat US-Präsident Donald Trump dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan einen Brief geschrieben. Das Schriftstück erstaunt Beobachter.

  • Trump machte sich in dem Schreiben für eine friedliche Lösung im Nordsyrien-Konflikt stark – an dem Tag, an dem die Türkei mit ihrer hoch umstrittenen Militäroffensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien begann.
  • Der Brief ist in simpelsten Englisch gehalten. Trump ermahnt Erdogan darin, er wolle sicher nicht für den Tod Tausender Menschen verantwortlich sein. Andernfalls werde die US-Regierung die türkische Wirtschaft zerstören.

Trump appelliert an seinen Amtskollegen: "Seien Sie kein harter Kerl. Seien Sie kein Narr!" Der Brief endet mit den Worten: "Ich werde Sie später anrufen."

Hier kannst du dir das ganze Schriftstück ansehen.

Bild: The White House/Handout via Reuters

In dem Schreiben erklärt Trump zudem, dass die kurdische Seite zu Verhandlungen bereit sei. Er versprach ein "großartiges Abkommen". Erdogan könne auf positive Weise in die Geschichte eingehen, wenn er in dem Konflikt richtig und menschlich handele. Andernfalls werde er als Teufel in die Geschichte eingehen.

Aufgrund der für den diplomatischen Austausch auf höchster Ebene ziemlich ungewöhnlichen Sprachgebrauch bezweifelten zahlreiche Beobachter in Washington zunächst die Echtheit des Schreibens.

Trump und die Syrien-Politik
Trump ist seit Tagen massiver Kritik – auch und gerade aus den Reihen seiner Republikaner – ausgesetzt, er habe mit dem Abzug amerikanischer Soldaten aus Nordsyrien überhaupt erst den Weg für Erdogans umstrittene Militäroffensive geebnet.

Trump weist die Vorwürfe zurück und argumentiert, er wolle die US-Soldaten aus den "endlosen Kriegen" zurückholen. In einer Pressekonferenz am Mittwoch hatte Trump den Brief an Erdogan selbst erwähnt und betont, er habe Ankara keineswegs grünes Licht für die Militäraktion gegeben, sondern Erdogan vielmehr eine harte Ansage gemacht.

(pb/dpa)

Eklat um Berlusconi: Italiens Ex-Ministerpräsident setzt sich für Putin ein: "Wurde gedrängt"

In Italien steht wieder eine Wahl an – europaweit gibt es die Sorge, dass eine rechtsextreme Politikerin diese Wahl gewinnen könnte. Giorgia Meloni: ehemalige Ministerin unter Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi, Neofaschistin, rechtsextrem. In Italien wird sie bisweilen "Königin der Rechten" genannt. Drei Tage vor dieser bedeutenden Wahl setzt Berlusconi noch mal einen obendrauf.

Zur Story