Was passierte da oben? Nach genau 780 Tagen in der Erdumlaufbahn landete Raumgleiter X-37B auf Rollbahn des Kennedy Space Center in Florida. (Archivfoto 2012)
Was passierte da oben? Nach genau 780 Tagen in der Erdumlaufbahn landete Raumgleiter X-37B auf Rollbahn des Kennedy Space Center in Florida. (Archivfoto 2012)
Bild: imago stock&people

780 Tage im All! Mysteriöser US-Raumgleiter beendet geheime Militär-Mission

29.10.2019, 07:39

Es geschah in der Nacht zu Sonntag. Um 3:51 Uhr (Ortszeit) setzte ein unbemannter Raumgleiter der US-Luftwaffe auf der Rollbahn des Kennedy Space Center in Florida zur sanften Landung an.

Das nur 8,90 Meter lange Flugobjekt sieht aus wie ein Mini-Spaceshuttle und heißt X-37B: Jetzt stellte es während seiner fünften Mission einen neuen Rekord auf: X-37B war genau 780 Tage im Orbit unterwegs.

Ziel der fünften Mission

Top Secret! Das genaue Ziel dieser Mission ist geheim.

Grund: Im Jahr 2004 übernahm die US-Militär-Behörde „DAPRA“, das ursprüngliche NASA-Projekt. Geleitet wird das Programm vom "Rapid Capabilities Office" der US-Luftwaffe.

Einzelheiten werden also nicht verraten. Nicht einmal die Landung des Gleiters in der Nacht zum Sonntag wurde zuvor bekannt gegeben.

Aber seit Montag gibt es zumindest eine vage Erklärung von Randy Walden, Direktor des "Air Force Rapid Capabilities Office":

"Mit der erfolgreichen Landung hat die X-37B ihren bisher längsten Flug absolviert und alle Missionsziele erfolgreich erfüllt."

Das "Air Force Research Laboratory" habe erfolgreiche Experimente durchführen können. Dabei soll die Langlebigkeit von Elektronik unter Weltraum-Bedingungen erforscht worden sein.

Das Pentagon soll offensichtlich auch neue Materialien bei den Missionen für den Bau wiederverwendbarer Raumtransporter erprobt haben, berichtet "Die Welt".

So sollen neue Wärme-Rohre, die 45-mal mehr Hitze als Kupfer transportieren können, getestet worden sein.

Und weiter:

"Es gab erfolgreiche Testflüge von Mini-Satelliten."
Direktor Randy Walden
Der Raumgleiter kann eine Last von 250 kg befördern.
Der Raumgleiter kann eine Last von 250 kg befördern.
Bild: imago stock&people

Hier weitere Daten:

Spannweite: 4,5 Meter

Länge: 8,9 Meter

Höhe: 2,9 Meter

Startmasse: 4990 kg

Die vierte Mission: Solarsegel und Ionentriebwerk getestet

Trotz aller Geheimhaltung kamen laut dem Magazin "space.com" auch einige Details der vorigen Mission aus dem Jahr 2017 ans Licht: Der Gleiter soll damals vier Mini-Satelliten ausgesetzt haben. Zudem soll ein 32 Quadratmeter großes Solarsegel und ein Ionen-Triebwerk getestet worden sein.

So lief der Start der fünften Mission

Die Mission begann mit dem Start einer "SpaceX Falcon 9"-Rakete am 7. September 2017.

Interessant: Die Falcon 9 gehört zum privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk.

Diese Trägerrakete transportierte den Raumgleiter ins All, wo er solarbetrieben die Erde in einer Höhe von bis zu 900 km umkreisen konnte.

Die Falcon 9-Rakete gehört zum privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk.
Die Falcon 9-Rakete gehört zum privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk.
Bild: imago stock&people

Wie geht es weiter?

Im Jahr 2011 kündigte Boeing Pläne für eine fast doppelt so große Variante der X-37B an: Die X-37C.

Das Ziel: Bis zu sechs Astronauten sollen in einem unter Druck stehenden Frachtraum transportiert werden können.

(lj)

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