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"Charlie Hebdo" schockiert mit sexistischem Cover zur Frauen-WM

13.06.2019, 14:20

Sie zählen zu den Meistern der Provokation: "Charlie Hebdo", das französische Satire-Magazin. Weltbekannt durch bitterböse bis fragwürdige Titelbilder. Und leider auch durch den islamistischen Anschlag am 7. Januar 2015 auf die Redaktion.

Zur Fußball-WM der Frauen im eigenen Land sorgt "Charlie Hebdo" einmal mehr für Schlagzeilen. Und zwar meist für negative. Denn das Titelbild zur aktuellen Ausgabe des Magazins wird hart kritisiert.

Das Cover ist sexistisch – und die Reaktionen fallen eindeutig aus.

Seht selbst:

Das steht auf dem "Charlie Hebdo"-Cover:

Auf dem Cover steht wörtlich: "Frauenfußball-Weltmeisterschaft: Wir werden es für einen Monat essen müssen." Aber das Französische "bouffer" ist in diesem Fall doppeldeutig. Es kann auch in einem sexuellen Kontext bedeuten, etwas in dem Mund zu nehmen...

In der Titelstory lässt sich die "Charlie Hebdo"-Redaktion dann noch weiter über Frauenfußball aus: "Muss auch der Frauenfußball an der Dumpfheit der Menschenmassen teilhaben, ernst genommen, und als gleichwertig mit dem Männerfußball angesehen werden?"

Das sagen die Kritiker:

Der Titel wurde teilweise hart kritisiert. Die marokkanische Feministin Fatima Benomar schrieb auf Twitter, sie sei empört von dem "pornographischen" Cover. Die Frau werde dabei auf ihre Genitalien reduziert.

Die Journalistin Alison Sargent schrieb ebenfalls, sie tue sich schwer, das Cover nicht als sexistisch anzusehen.

Es gibt aber auch Fürsprecher des Covers...

"Charlie Hebdo": Haters gonna hate?

"Charlie Hebdo" sorgt regelmäßig für die immer gleiche Debatte: Ist die Provokation gerechtfertigt, weil die Reaktion bei jedem Thema, bei jeder Religion, bei jeder Debatte gleich respekt- und teilweise geschmacklos vorgeht?

Der französische Journalist Christophe Beaugrand nannte dieses Argument auf Twitter. "Mich persönlich schockiert die Titelseite von 'Charlie Hebdo' nicht. Traditionell haben sie sich über Fußball, an Fußballer und Fans lustig gemacht. Hier machen sie weiter." Quasi Gleichberechtigung im Spott.

So empfindet das auch die Sportjournalistin Nathalie Ianetta. In der Sendung "C à vous" verteidigte sie das Cover ebenfalls. "Ich glaube, 'Charlie' hat ein Problem mit Fußball", sagte sie. "Ich glaube, sie hätten dasselbe Cover auch mit einem Penis und einem Ball am Ende des Penis machen können."

Die Geschichte von "Charlie Hebdo" ist in der Tat lang an Covern, die den Fußballsport und seine Stars aufs Korn nehmen, woran auch die französische Ausgabe der "HuffPost" erinnert. Hier nur ein Beispiel mit ähnlich sexuellem Hintergrund:

Bild: charlie hebdo

Dennoch: Ein Cover mit einem Penis konnten wir nicht entdecken. So bleibt die Frage, ob der ziemlich platte Ansatz von "Charlie Hebdo" bei einem vielschichtigen Thema wie Frauenfußball überhaupt funktioniert.

Die Kritiker sind sich einig: Tut es nicht.

(ll)

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