Eine ukrainische Passagiermaschine ist in der Nähe des Imam-Chomeini-Flughafens der iranischen Hauptstadt Teheran abgestürzt.
Eine ukrainische Passagiermaschine ist in der Nähe des Imam-Chomeini-Flughafens der iranischen Hauptstadt Teheran abgestürzt.
Bild: Aref Fathi/dpa

Iranische Luftfahrtbehörde: Zwei Raketen führten zum Absturz

21.01.2020, 10:39

Das irrtümlich im Iran abgeschossene ukrainische Passagierflugzeug wurde durch zwei Raketen zum Absturz gebracht. Das ist das Ergebnis eines zweiten Berichts der iranischen Luftfahrtbehörde, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna in der Nacht zum Dienstag berichtete. Demnach wurde die Maschine nahe Teheran von zwei Raketen des Typs "TOR" aus nördlicher Richtung getroffen.

Die Maschine der Ukraine International Airlines war am 8. Januar auf dem Weg nach Kiew. Alle 176 Menschen an Bord waren bei dem Absturz ums Leben gekommen. Nach iranischen Angaben waren 147 der Passagiere Iraner, darunter viele mit doppelter Staatsbürgerschaft, sowie 29 Bürger der Ukraine, Kanadas, Schwedens und Afghanistans.

Zuvor hatten bereits Medien anhand eines Videos analysiert, dass die Maschine durch zwei Geschosse getroffen worden sein könnte. Durch einen Treffer sei auch möglicherweise das Kommunikationssystem des Flugzeugs zerstört worden. Laut Bericht gab es keinen Kontakt zu den Piloten.

Iran gab Abschuss zu

Der Iran hatte den Abschuss der Maschine inmitten der militärischen Konfrontation mit den USA eingeräumt, nachdem die Behörden zuvor von einem technischen Defekt gesprochen hatten. Der zweite Bericht der Behörde führt nun detailliert aus, wie es zum Absturz kam. Es handle sich allerdings noch um einen Zwischenstand und nicht um ein endgültiges Ergebnis der Untersuchungen.

Der Abschuss des Verkehrsflugzeugs und insbesondere die anfängliche Vertuschung der Fakten durch die iranische Führung und Medien führten im Iran zu Protesten. Die Demonstranten fordern eine Bestrafung der Verantwortlichen, einige sogar den Rücktritt der iranischen Führung. Präsident Hassan Ruhani versprach daraufhin eine gründliche und lückenlose Aufklärung der Abschussumstände durch ein Sondergericht mit verschiedenen Expertenteams.

(dpa/lin)

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