Hassan Rohani, Irans Präsident.
Hassan Rohani, Irans Präsident. Bild: www.imago-images.de

Iran hält sich bei Urananreicherung nicht mehr an Atomabkommen

Das Atomabkommen mit Iran ist seit langem in der Krise, jetzt bricht das Land eine weitere zentrale Bestimmung: Es will Uran über das erlaubte Maß hinaus anreichern.
07.07.2019, 10:0307.07.2019, 12:44

Es ist ein weiterer schwerer Rückschlag für das Atomabkommen mit Iran: Die Islamische Republik will die Urananreicherung zukünftig über die erlaubte Grenze hochfahren. "Ab heute halten wir uns nicht mehr an die 3,67 Prozent und unsere Urananreicherung wird je nach Bedarf erhöht", sagte Regierungssprecher Ali Rabei am Sonntag.

Dies ist ein zentraler Verstoß gegen eine Auflage des Atomabkommens von 2015. Es ist bereits die zweite Verletzung gegen die Vereinbarung binnen weniger Tage. Teheran hatte jüngst bereits die Menge der genehmigten Uranvorräte von 300 Kilogramm überschritten. Mittlerweile drohte Iran mit weiteren Verstößen. Das Land werde sein Bekenntnis zum Vertrag alle 60 Tage reduzieren, wenn die Unterzeichner Iran nicht vor den US-Sanktionen schützten, erklärten Regierungsvertreter auf einer Pressekonferenz am Sonntag.

Präsident Hassan Ruhani bekräftigte trotzdem das grundsätzliche Interesse seines Landes an einer Rettung des Vertrages. Der Iran sei bereit, Gespräche mit Washington aufzunehmen. Allerdings müssten zuvor alle Sanktionen gegen die islamische Republik aufgehoben werden, sagte Ruhani nach offiziellen Angaben bei einem Telefonat am Samstag mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron. Dass Washington diese Bedingung erfüllt, gilt allerdings als ausgeschlossen.

(hd/dpa)

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