Von Luftangriffen zerstörte Häuser im Flüchtlingslager al-Shati im Gazastreifen.
Von Luftangriffen zerstörte Häuser im Flüchtlingslager al-Shati im Gazastreifen.
Bild: Getty Images Europe / Fatima Shbair

Mindestens 40 Tote bei erneuten israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen

16.05.2021, 13:5316.05.2021, 16:08

Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind am Sonntag mindestens 40 Palästinenser getötet worden. Es war nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums die bisher höchste Opferzahl binnen eines Tages. Allein bei Angriffen auf ein Viertel in Gaza-Stadt wurden demnach acht Kinder getötet. Insgesamt wurden damit seit dem Aufflammen der Gewalt am Montag 188 Menschen in dem Küstenstreifen getötet, darunter 55 Kinder. 1230 weitere Palästinenser wurden verletzt.

Die israelische Armee griff eigenen Angaben zufolge in den vergangenen 24 Stunden 90 Ziele der radikalislamischen Hamas und des Islamischen Dschihad im Gazastreifen an. Sie reagierte damit auf den massiven Raketenbeschuss durch militante Palästinenser: Seit Wochenbeginn feuerten diese rund 3000 Raketen in Richtung Israel. Laut einem israelischen General ist es der intensivste Beschuss in der Geschichte des Landes. Zahlreiche Geschosse wurden jedoch vom israelischen Abwehrsystem abgefangen. Durch den Beschuss starben seit Montag zehn Israelis, darunter ein Soldat und ein Kind. 282 Menschen wurden verletzt.

Der Konflikt in Nahost war nach Ausschreitungen in Folge drohender Zwangsräumungen palästinensischer Häuser in Ost-Jerusalem eskaliert. Inzwischen hat sich die Gewalt auch auf das von Israel besetzte Westjordanland ausgeweitet. Bei Protesten wurden dort nach palästinensischen Angaben seit Montag 19 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet.

Journalistenverband kritisiert Zerstörung von Medien-Haus

Der Journalistenverband Foreign Press Association (FPA) in Israel und den Palästinensergebieten erhebt nach der Zerstörung eines Hochhauses mit Medienbüros im Gazastreifen schwere Vorwürfe gegen Israel. Die Entscheidung, das Gebäude zu zerstören, werfe die Frage auf, ob Israel bereit sei, die Pressefreiheit zu beeinträchtigen. "Wir stellen fest, dass Israel keine Beweise vorgelegt hat, um seine Behauptung zu untermauern, dass das Gebäude von der Hamas genutzt wurde", hieß es in einem Schreiben des Verbands von Sonntag. Man habe wegen des Vorfalls um ein Treffen mit israelischen Beamten gebeten. Die FPA hat nach eigenen Angaben 480 Mitglieder, die für internationale Medien arbeiten.

Bei dem Angriff der israelischen Luftwaffe auf das Gebäude wurden am Samstag unter anderem Büros der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und des katarischen TV-Senders Al-Dschasira (Al-Jazeera) zerstört. Berichten zufolge waren die Bewohner zuvor gewarnt worden. Die AP reagierte entsetzt. Die israelische Armee begründete den Angriff unter anderem damit, dass auch der Militärgeheimdienst der islamistischen Hamas das Gebäude genutzt habe.

(om/afp)

Brände am Mittelmeer wüten weiter – Touristenorte evakuiert

Die Feuerwehrleute in zahlreichen Touristenorten am Mittelmeer kommen nicht zur Ruhe: Am Sonntag wüteten weiterhin hunderte verheerende Waldbrände. In der Südtürkei wurden erneut dutzende Hotels und Dörfer evakuiert. Italien meldete über 800 Brände, darunter allein 250 auf Sizilien. Auf dem griechischen Peloponnes mussten ebenfalls Einwohner und Touristen in Sicherheit gebracht werden. Derweil meldeten die Einsatzkräfte einen neuen Brand auf der Insel Rhodos.

Besonders heftig ist die Situation in …

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