Demonstrantinnen und Demonstranten ziehen bei einem Klimaprotest anlässlich des Umweltgipfels Stockholm+50 durch die schwedische Hauptstadt und tragen dabei ein Transparent mit der Aufschrift: «People ...
Der Klimaprotest in Stockholm wurde angeführt von Aktivistinnen aus afrikanischen und weiteren Ländern, die die Folgen des Klimawandels schon heute stark spüren.Bild: dpa / Steffen Trumpf
International

Großer Klimaprotest beim Umweltgipfel in Stockholm – Luisa Neubauer: "Krieg muss Wendepunkt sein"

03.06.2022, 18:06

Tausende überwiegend jüngere Menschen sind anlässlich des internationalen Umweltgipfels Stockholm+50 in der schwedischen Hauptstadt aus Protest auf die Straße gegangen. Der große Protestmarsch zog am Freitagmittag durch den Norden der Heimatstadt von Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Angeführt wurde die Menge dabei nicht von Thunberg selbst, sondern von Aktivistinnen aus afrikanischen und weiteren Ländern, die die Folgen des Klimawandels bereits heute stark spüren. Sie trugen ein großes Banner mit der Aufschrift "People Not Profit", mit dem sie darauf hinwiesen, dass das Wohl der Menschen wichtiger sei als Gewinne von Konzernen.

Neubauer fordert "Erneuerbaren-Revolution"

In der Menge befand sich auch die deutsche Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer. Ihrer Ansicht nach muss der russische Angriffskrieg in der Ukraine der Wendepunkt beim Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas sein. "Umso mehr fossile Energien wir aus dem Boden holen, desto mächtiger machen wir Autokraten und schwächer die Demokratien. Erst dadurch machen wir es Putin und Co. möglich, mit ihren Exporten überall Demokratien zu erpressen", sagte die 26-Jährige am Rande des Protests zu der Deutschen Presse Agentur.

Die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer spricht bei einer Protestaktion von Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future vor dem Schloss. Der Aufruf zum sogenannten Klimastreik erfolgte als ...
Klimaaktivistin Luisa Neubauer kritisiert die Energiepolitik der Bundesregierung scharf.Bild: dpa / Jens Büttner

"Der 100. Tag des Angriffskriegs muss ein Wendepunkt in der Energiepolitik sein", sagte Neubauer. "Die eskalierende Klimakrise und das humanitäre Leid in der Ukraine lassen keinen Spielraum für weitere leere Versprechen und Verzögerung. Unsere Antwort auf Krieg und Klimakrise müssen ein volles Embargo und eine Erneuerbaren-Revolution sein."

Neubauer: Deutsche Energiepolitik ist fossiler Rückschritt

Die Zeitenwende, von der Bundeskanzler Olaf Scholz gesprochen habe, sei in der Energiepolitik bisher ein fossiler Rückschritt gewesen, sagte die Aktivistin der Klimabewegung Fridays for Future weiter. "Als hätte man vergessen, dass die Klimakrise tobt und neue Abhängigkeiten von neuen Autokraten keine echte Lösung sein können, schafft man nun überall neue fossile Abhängigkeiten."

Dabei ginge es anders, so Neubauer. "Ein turning point, jetzt, raus aus den fossilen Energien, raus aus diesen Geschäften mit Autokraten in aller Welt, rein in Sonne und Wind. Die kann niemand alleine kontrollieren." Bei Klimagipfeln gehe es schon lange nicht mehr nur ums Klima, sondern auch um Demokratie, denn beides werde von fossilen Energien gefährdet, sagte Neubauer. "Das prallt hier ganz stark zusammen."

STOCKHOLM 220608 Klimatotrganisationen Fridays for future demonstration i Stockholm i samband med klimatmotet Stockholm +50. Foto: Meli Petersson Ellafi / TT Kod:11489
Tausende junge Menschen sind in Stockholm für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen.Bild: TT NYHETSBYR?N / MELI PETERSSON ELLAFI/TT

(nik/dpa/afp)

Drei Tonnen Kokain im Ozean: Spektakulärer Drogenfund vor Neuseeland

Die neuseeländischen Behörden haben mehr als drei Tonnen Kokain beschlagnahmt, die im Pazifik vor dem Inselstaat trieben. Nach Angaben von Polizeichef Andrew Coster haben die Drogen einen geschätzten Wert von 500 Millionen Neuseeländischen Dollar (294 Millionen Euro). Es handele sich um den größten Fund illegaler Drogen in der Geschichte des Landes, sagte Coster am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Die Menge hätte demnach ausgereicht, um Abnehmer in Australien ein Jahr mit Kokain zu versorgen – oder in Neuseeland 30 Jahre lang.

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