Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un lässt gerne Raketen testen.
Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un lässt gerne Raketen testen.Bild: imago/watson-montage

Nordkorea provoziert mit Raketentests – das steckt dahinter

25.07.2019, 10:17

Nordkorea hat mit neuen Raketentests seine Nachbarländer und die USA provoziert.

  • Nordkorea feuerte am Donnerstagmorgen nach Angaben der südkoreanischen Streitkräfte zwei Kurzstreckenraketen ab.
  • Eine der Raketen flog demnach 690 Kilometer weit und war "von neuer Bauart".
  • Die zweite stürzte bereits nach rund 430 Kilometern ins Meer.

Die Waffentests erfolgten inmitten des Ringens um eine Wiederaufnahme der Atomgespräche mit Washington und vor geplanten Militärübungen der USA mit Südkorea.

Raketentyp unbekannt

Zuvor hatte der südkoreanische Generalstab erklärt, beide Raketen seien rund 430 Kilometer weit geflogen. In einer späteren Mitteilung korrigierte er dies. Dem südkoreanischen und dem US-Geheimdienst zufolge handele es sich bei einem der Geschosse um einen bislang unbekannten Raketentyp, hieß es weiter.

Die Raketen seien am frühen Donnerstagmorgen aus der Region Wonsan an der nordkoreanischen Ostküste abgefeuert worden und ins Ostmeer, das auch als Japanisches Meer bekannt ist, gestürzt, teilte der Generalstab mit. "Unsere Streitkräfte überwachen die Situation für den Fall weiterer Starts und halten sich in Bereitschaft", erklärte der Generalstab. Ein US-Regierungsvertreter bestätigte den Raketentest.

Eine Sprecherin des südkoreanischen Verteidigungsministeriums rief den Norden auf, "Aktionen zu unterlassen, die nicht helfen, die militärischen Spannungen abzubauen". Japans Verteidigungsminister Takeshi Iwaya bezeichnete die Raketentests als "äußerst bedauerlich". Er betonte, die Raketen hätten nicht japanische Hoheitsgewässer erreicht.

Kein Einzelfall

Nordkorea hatte zuletzt Anfang Mai zwei Kurzstreckenraketen getestet. US-Präsident Donald Trump verwies damals auf die geringe Reichweite der Geschosse und betonte, solche Tests könnten sein Vertrauensverhältnis zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un nicht zerstören.

Trump und Kim hatten sich bei einem Treffen in der entmilitarisierten Zone zwischen beiden koreanischen Staaten Ende Juni auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine atomare Abrüstung Nordkoreas verständigt. Pjöngjang warnte aber zuletzt, die bevorstehenden Militärübungen der USA mit Südkorea könnten die Gespräche beeinträchtigen.

Washington und Seoul wollen im August ein gemeinsames Manöver abhalten. Die jährlichen Militärübungen der beiden Verbündeten sorgen in Nordkorea regelmäßig für wütende Reaktionen.

Cheong Seong Chang vom südkoreanischen Thinktank Sejong Institute bezeichnete die nordkoreanischen Raketentests vom Donnerstag als "starke Botschaft", die als "Protest" Pjöngjangs gegen die Manöver verstanden werden müssten. Andere Experten argumentierten dagegen, Nordkorea nutze die Manöver nur als Vorwand, um sein Waffenprogramm voranzutreiben.

Hong Min vom südkoreanischen Institut für Nationale Wiedervereinigung sagte, die Raketentests seien "Teil eines größeren Plans" für Nordkoreas Raketenprogramm und kein Protest gegen die Militärmanöver. "Der Norden hat in der Vergangenheit angekündigt, sein Verteidigungssystem modernisieren und verbessern zu wollen."

(ts/afp)

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