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Millionen feiern Video: Muslimische Frau schützt jüdische Familie in der U-Bahn

29.11.2019, 08:26

Es sind Szenen, die schon beim Zusehen erschüttern: Ein Mann bedrängt eine jüdische Familie in der U-Bahn. Er packt eine Bibel aus dem Rucksack und redet auf die jungen Kinder und deren Vater, die alle eine Kippa tragen, aggressiv mit antisemitischen Sprüchen ein. Die Stimmung ist bedrückend. Bevor die Situation vollends eskaliert, geht eine muslimische Frau mit Kopftuch dazwischen und lenkt die Aufmerksamkeit des Täters auf sich. Ein Video, das den Vorfall zeigt, geht derzeit viral.

Der Clip stammt aus London und wurde am vergangenen Freitag aufgenommen. Alleine auf Twitter haben ihn schon Millionen Menschen gesehen. Die Heldin, die mutig dazwischen ging, heißt Asma Shuweikh. "Ich würde nicht zögern, es noch einmal zu tun", sagt Shuweikh im Interview mit einem Radiosender der BBC. Doch sie wünsche sich, dass mehr Menschen so handeln würden wie sie.


"Wenn alle das getan hätten, wäre es meiner Meinung nach nicht so eskaliert", sagte sie. "Als Mutter von zwei Kindern weiß ich, wie es ist, in dieser Situation zu sein, und ich möchte, dass jemand hilft, wenn ich in dieser Situation wäre." Sie erzählt weiter: "Um ehrlich zu sein, dachte ich, dass es meine Pflicht ist als Mutter, als praktizierende Muslimin, als Bürgerin dieses Landes, etwas zu sagen."

Der Täter wurde mittlerweile von der Polizei wegen des Verdachts einer rassistisch verschärften Straftat festgenommen, berichtet die BBC. Als Beweis dient das Filmmaterial, welches derzeit um die Welt geht.

Update: Mittlerweile haben sich der Familienvater und die mutige Muslima getroffen. Sie sagte: "Das ist inakzeptabel. Wenn ich so etwas sehe, kann ich nicht still sein." Der Vorfall habe ihn mit gemischten Gefühlen gegenüber der heutigen Gesellschaft zurückgelassen, sagte wiederum der jüdische Vater. So sei er auf der einen Seite schockiert, dass er am helllichten Tag im Beisein seiner Kinder Opfer einer antisemitischen Attacke wurde. Und auf der anderen Seite beeindruckte ihn Shuweikhs Zivilcourage. Ihr Einsatz gab ihm etwas Vertrauen in die Menschheit zurück. Die beiden wollen im Kontakt bleiben.

(bn)

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