Angela Merkel wird der EU fehlen, lautet es aus der Führungsriege der Staatengemeinschaft.
Angela Merkel wird der EU fehlen, lautet es aus der Führungsriege der Staatengemeinschaft.Bild: BELGA / Pool Nicolas Maeterlinck

"Wie Paris ohne Eiffelturm": EU-Gipfel verabschiedet Merkel

22.10.2021, 13:58

Zu ihrem Abschied aus der Politik hat Bundeskanzlerin Angela Merkel beim EU-Gipfel in Brüssel neben viel anerkennenden Worten auch einige Geschenke bekommen. Nach Angaben von Diplomaten wurde bei einer kleinen Abschiedszeremonie am Freitagvormittag ein rund zweiminütiges Video mit Gipfelszenen aus den vergangenen 16 Jahren gezeigt. Merkel sei darin auch mit zahlreichen schon lange nicht mehr amtierenden Staats- und Regierungschefs zu sehen, hieß es. So zum Beispiel mit dem 2019 gestorbenen französischen Präsidenten Jacques Chirac und dem früheren britischen Premierminister Tony Blair.

Zudem bekam Merkel den Angaben zufolge von EU-Ratspräsident Charles Michel zur Erinnerung eine Skulptur des Europagebäudes überreicht. Dieses ist seit 2017 der Hauptsitz des Europäischen Rates und des Rates der EU. Über mindestens ein weiteres Geschenk schwiegen sich Teilnehmer der Abschiedsfeier zunächst aus.

Angela, "du bist ein Monument"

Michel würdigte Merkel den Angaben zufolge beinahe überschwänglich: "Du bist ein Monument", sagte der Belgier. Ein EU-Gipfel ohne Merkel sei wie Rom ohne den Vatikan oder Paris ohne den Eiffelturm. Ihre Weisheit werde insbesondere in komplexen Zeiten fehlen. Michel lobte zudem Merkels "Nüchternheit und Einfachheit". "Du verlässt uns nicht. Dein Geist und deine Erfahrung werden bei uns bleiben", sagte der Ratschef. "Du bist ein Kompass und eine Lichtgestalt unseres europäischen Projekts." Anschließend habe es stehende Ovationen gegeben.

Ganz sicher ist es unterdessen nicht, dass der noch bis Freitagnachmittag laufende EU-Gipfel wirklich der letzte mit Merkel ist. Sollte der Zeitplan der Ampel-Koalitionsverhandlungen in Berlin aus dem Ruder laufen, könnte die CDU-Politikerin zum nächsten Treffen Mitte Dezember doch noch einmal nach Brüssel zurückkehren.

(fas/dpa)

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