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Nawalny-Tod: ARD-Sprecher leistet sich peinlichen Patzer

RUSSIA, MOSCOW - MAY 31, 2023: Opposition activist Alexei Navalny on the screen appears for a hearing of the Moscow City Court via a video linkup from penal colony No 2 in the city of Kovrov. The Mosc ...
Der bekannte russische Oppositionelle Alexej Nawalny ist laut russischen Medien am Freitag in Haft gestorben.Bild: imago images / ITAR-TASS
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Nawalny-Tod: ARD-Sprecher leistet sich peinlichen Patzer

16.02.2024, 16:4816.02.2024, 16:50
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Eine Meldung aus der nordrussischen Strafkolonie Charp am Polarkreis hat sich am Freitag in Windeseile um die Welt verbreitet: Laut der Gefängnisleitung ist der berühmteste Gefangene des Arbeitslagers, Kreml-Kritiker Alexej Nawalny, gestorben.

Nawalny, der als größter innenpolitischer Gegner der russischen Regierung um den Machthaber Wladimir Putin galt, ist Medienberichten zufolge an einem Blutgerinnsel gestorben. Eine offizielle Erklärung zur Todesursache gab es zunächst nicht. Die EU und zahlreiche westliche Politiker:innen machten den Kreml für Nawalnys Tod verantwortlich.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Freitag, Nawalny sei "offensichtlich getötet" worden. Selenskyj befand sich zu diesem Zeitpunkt auf Staatsbesuch in Deutschland. Gemeinsam mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) war er am Mittag, kurz nach den Meldungen zu Alexej Nawalnys Tod, vor die Kameras getreten.

16.02.2024, Berlin: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, r) und Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, kommen nach dem Treffen im Bundeskanzleramt zu einer Pressekonferenz. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++  ...
Wolodymyr Selenskyj und Olaf Scholz: Deutschland und die Ukraine haben einen mehrjährigen Sicherheitspakt geschlossen. Bild: dpa / Kay Nietfeld

Der deutsche Kanzler und der ukrainische Präsident hatten zuvor ein bilaterales Abkommen unterzeichnet, mit dem Deutschland der Ukraine seine weitere Unterstützung im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg zusagt.

Beides, der Tod Nawalnys und das Abkommen mit der Ukraine, sind Meldungen von hohem Nachrichtenwert. Ein Sprecher der ARD-Nachrichtensendung "Tagesschau" kam beim Präsentieren dieser beiden Meldungen am Freitagmittag jedoch ganz durcheinander – und leistete sich dabei einen peinlichen Patzer.

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Tod von Nawalny: Peinlicher Versprecher von ARD-Sprecher

Der Sender hatte seine Show "Mittagsmagazin" am Freitag für die Eilmeldung vom Tod von Alexej Nawalny unterbrochen. Die kurzfristig anberaumte "Tagesschau"-Ausgabe leitete der Sprecher dann ein mit den Worten: "Wir klinken uns an dieser Stelle kurz aus dem 'Mittagsmagazin' aus, weil uns eine aktuelle Meldung erreicht hat."

Er fuhr dann fort: "Der ukrainische Präsident Selenskyj...", ehe er abbrach und seinen Fehler korrigierte. "Nein, pardon, das ist die falsche Meldung. Wir müssen ja irgendwie auf Alexander Nawalny zu sprechen kommen...", sagte der Sprecher, bevor er dann die korrekte Nachricht präsentierte.

Nicht nur bei der Einleitung unterlief ihm also ein Fehler, auch beim Vornamen Nawalnys. Dieser heißt schließlich nicht Alexander, sondern Alexej. Der entsprechende Ausschnitt ist in dem Video zur Show zu sehen, das die "Tagesschau" auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlicht hat.

EU und USA reagieren schockiert auf Meldungen zu Nawalny-Tod

International ist die Todesnachricht mit Entsetzen aufgenommen worden. Zugleich wurden scharfe Vorwürfe gegen Moskau erhoben. "Die EU hält das russische Regime für alleinverantwortlich für diesen tragischen Tod", erklärte EU-Ratspräsident Charles Michel. Noch weiter ging Lettlands Präsident Edgars Rinkevics. Nawalny sei "brutal vom Kreml ermordet" worden, schrieb er im Onlinedienst X. "Dies ist ein Fakt und etwas, was man wissen sollte über den wahren Charakter des gegenwärtigen russischen Regimes."

Auch die US-Regierung wies Moskau eine direkte Verantwortung zu. "Russland ist verantwortlich", sagte Vizepräsidentin Kamala Harris auf der Münchner Sicherheitskonferenz, an der auch Nawalnys Frau Julia teilnahm.

(mit Material von AFP)

Putins Bluthund Kadyrow reagiert mit skurrilem Video nach Krankheitsgerüchten

Der Tschetschenen-Chef Ramsan Kadyrow ist für seine Brutalität bekannt, wird wegen seiner Verbindung zum russischen Machthaber Wladimir Putin auch Putins Bluthund genannt. Der 47-Jährige inszeniert sich selbst und seine Söhne regelmäßig mit Waffen oder in kriegerischen Szenarien auf seinen Kanälen. Denn er arbeitet intensiv an der Machtübergabe an seinen Nachwuchs. Ein Grund dafür könnte Kadyrows Gesundheitszustand sein. Bereits im Herbst 2023 machte er mit einem angeblich schlechten Allgemeinzustand Schlagzeilen.

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