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Ein Plakat reichte: Moskaus Polizei hat LGBTQ-Aktivist Tatchell festgenommen

14.06.2018, 15:1115.06.2018, 13:38

Der britische LGBTQ-Aktivist Peter Tatchell ist in Moskau festgenommen worden, nachdem er vor dem Kreml mit einem Plakat demonstrierte.

In einem Livefeed auf Youtube erkennt man, wie der 66-Jährige am Donnerstag mit einem Plakat  vor dem Kreml steht, dann von der Polizei befragt und im Streifenwagen weggefahren wird.

Der Livefeed der Festnahme

Auf seinem Plakat war der Satz "Putin fails to act against Chechnya torture of gay people" zu lesen – übersetzt: Putin versäumt es, gegen die Folter homosexueller Menschen in Tschetschenien vorzugehen. 

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Der Hintergrund: April 2017 hatte die kremlkritische Zeitung "Nowaja Gaseta" berichtet, dass Dutzende Homosexuelle in Tschetschenien verschleppt und misshandelt wurden.

Die Polizei soll Tatchell auf die Tverskaya Polizeistation gebracht haben. Auf seinem Blog hatte Tatchell am Mittwoch noch sein Engagement in Russland zur WM 2018 erklärt: "Es ist entsetzlich, das dieses Turnier in einem Land stattfindet, in dem schwulen Fußballfans offen gedroht wird, dass sie gejagt, geschlagen und niedergestochen werden."

Tatchell, der angibt, 2007 selbst von Neonazis in Moskau zusammengeschlagen worden zu sein, während die russische Polizei daneben gestanden hätte, engagiert sich seit Beginn der 90er-Jahre für die Rechte der LGBTQ-Community.

Peter Tatchell engagiert sich seit Jahrzehnten für die Rechte Homosexueller

Bild: petertatchell.net

Er kritisiert, dass Russland Pride-Paraden unterbinden würde und die Rechte Homosexueller mit Füßen trete. "Die meisten LGBT+-Menschen in Russland haben zu große Angst, öffentlich gegen ihre Verfolgung zu protestieren", schrieb er weiter. "Sie haben Angst, verhaftet und von Extremisten zusammen geschlagen zu werden. Ich bin hier, um mich mit ihrem Freiheitskampf solidarisch zu zeigen."

Auch der deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hat den Fußball-Weltverband FIFA vor dem Start der WM aufgefordert, sich für den Schutz der Menschenrechte einzusetzen. Die FIFA müsse unmissverständlich klar machen, "dass die von ihr verabschiedeten Richtlinien für Menschenrechte nicht nur heiße Luft sind", sagte Christian Rudolph, LSVD-Bundesvorstand.

So wird in Berlin für LGBTQ-REchte demonstriert!

Video: watson/Felix Huesmann, Lia Haubner

Der Weltverband müsse deshalb auch "hinter allen Fans und Spielern stehen", so Rudolph weiter, "die sich während der WM für die Menschenrechte stark machen". 

Peter Tatchells Unterstützer fordern die Online-Community derzeit auf, seine Festnahme zu retweeten und den Aktivisten damit zu stärken.

(jd/fh/dpa/afd)

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