Selbst auf Satellitenbildern sind die Rauchschwaden unterhalb der Wolken zu erkennen.
Selbst auf Satellitenbildern sind die Rauchschwaden unterhalb der Wolken zu erkennen.
Bild: imago images / ZUMA Press

Diese 11 Zahlen zeigen das Ausmaß der Waldbrände im Amazonasgebiet

23.08.2019, 16:0025.08.2019, 14:09

Seit Wochen toben in Südamerika Tausende Feuer im Amazonasgebiet und den angrenzenden Steppengebieten. Die Flammen fressen sich in Brasilien, Bolivien und Paraguay durch das Unterholz, sie verzehren Bäume und Sträucher, hinterlassen verbrannte Erde.

Die Welt ist in Sorge. Die Brände werden auch beim G7-Gipfel im französischen Badeort Biarritz Thema sein. "Wenn wochenlang der Regenwald brennt, dann kann uns das nicht kalt lassen. Der Schutz des einzigartigen Naturerbes Amazonas ist eine internationale Aufgabe, die uns alle angeht", schrieb auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bei Twitter.

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte die schweren Waldbrände im Amazonasgebiet, ebenfalls via Twitter als "internationale Krise" bezeichnet: Die "Lunge unseres Planeten" stehe "in Brand", schrieb er.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich "zutiefst besorgt" über die Feuer: "Inmitten der globalen Klimakrise können wir es uns nicht leisten, einer wichtige Sauerstoffquelle und einem Ort der Biodiversität zu schaden."

Das genaue Ausmaß der Waldbrände ist nur schwer zu fassen.

Die folgenden elf Zahlen sollen versuchen, euch die Dimensionen vor Auge zu führen...

2500

Am Freitag meldete das brasilianische Weltraumforschungsinstitut Inpe, dass in ganz Brasilien binnen 48 Stunden fast 2500 neue Brände ausbrachen.

9500

Laut Inpe wurden allein in der ersten Augusthälfte 9500 Waldbrände in der Amazonas-Region registriert.

75.000

Seit Jahresbeginn sind es bereits mehr als 75.000 Waldbrände...

83%

... Das ist ein Zuwachs von 83 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

2000

2000 Kilometer nordwestlich von São Paulo brennen Anfang der Woche Hunderte Quadratkilometer des Amazonasgebiets.

Und so sah es am Montag in São Paulo zwischenzeitlich aus:

Bild: andre lucas/dpa

2.000.000.000

Schätzungen zufolge binden die Pflanzen des Regenwalds jährlich mehr als zwei Milliarden Tonnen CO2. Je mehr Bäume niedergebrannt werden, desto weniger Kohlendioxid können sie aus der Atmosphäre abbauen. Und das könnte verheerende Auswirkungen auf das Weltklima haben.

20%

Der Amazonas-Regenwald produziert dabei etwa 20 Prozent des Sauerstoffs auf unserem Planeten.

6447 km²

In Bolivien soll nach offiziellen Angaben eine Fläche in der Größe des US-Bundesstaates Delaware in Flammen stehen. Der Staat im Osten der USA ist 6447 Quadratkilometer groß. Zum Vergleich: Das Saarland hat eine Fläche von 2571 Quadratkilometern. In Bolivien brennen also gerade ungefähr zweieinhalb Saarländer.

99,9%

"In 99,9 Prozent der Fälle ist die Ursache menschliche Aktivität – absichtlich oder nicht", sagte Alberto Setzer, Koordinator des Programms zur Überwachung von Bränden bei Inpe gegenüber der "Deutschen Welle".

0

Über die Konsequenzen der Brände scheint sich Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro null zu sorgen. Er geriet bereits in Vergangenheit harsch in Kritik, weil er das Amazonas-Gebiet zum Rohstoffabbau freigeben will. Bolsonaro geht derzeit gar soweit, dass er Umweltschützer für die jüngste Serie der Waldbrände verantwortlich macht.

273%

Seit Bolsonaro in Brasilien an der Macht ist, hat die Abholzung der Wälder um 273 Prozent zugenommen.

(as/afp/dpa)

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