US-Präsident Trump sieht in Puerto Rico nur finanziellen Nutzen oder Schaden.
US-Präsident Trump sieht in Puerto Rico nur finanziellen Nutzen oder Schaden.Bild: imago images / Yuri Gripas

"Wie ein Geschäftsmann": Trump wollte Teil von Amerika verkaufen

13.07.2020, 14:54

Laut neuesten Enthüllungen der "Huffpost" nahm US-Präsident Donald Trump den Hurricane "Maria" 2017 zum Anlass, um vorzuschlagen das US-Territorium Puerto Rico zu verkaufen.

Schwere Schäden nach Sturm 2017

2017 hatte der US-Außenstaat Puerto Rico mit den Folgen des schweren Hurricanes "Maria" zu kämpfen. Mehr als 3000 Todesopfern waren zu beklagen und große Teile der Insel verwüstet. Damals kam vonseiten des Weißen Hauses nur wenig Unterstützung für die Bewohner. Im Gegenteil: Die frühere Leiterin der Homeland Security, Elaine Duke berichtet, dass der US-Präsident sogar in Erwägung zog, Puerto Rico zu verkaufen wie die "Huffpost" berichtet.

Ihr zufolge hatte Trump sich darüber beschwert, dass die Investitionen in den Wiederaufbau den Jahreshaushalt "durcheinander werfe" und auf die Berichte über die Schäden auf der Insel "wie ein Geschäftsmann" reagiert. So hatte Trump vorgeschlagen die Elektrizität outzusourcen oder "das Anlagegut zu desinvestieren". Am Schluss seiner Überlegung stand laut Elaine Duke die Idee Puerto Rico schlicht gleich ganz zu verkaufen.

Die Bürgermeisterin von San Juan, der Hauptstadt von Puerto Rico, Carmen Yulín Cruz hatte 2017 Trump wegen dessen damaligen Vorhaben stark kritisiert. Gegenüber der "New York Times" sagte sie, sie sei sehr erstaunt über das Vorgehen gewesen.

Präsident Trump reagierte auf die Kritik in gewohnter Manier und beschwerte sich seinerseits darüber, dass Puerto Rico zu viel Geld fordere und dass man es verschwenden würde. Für Bürgermeisterin Carmen Yulín Cruz' Äußerungen hatte Trump nur ein Wort übrig: "nasty" ("eklig").

Trump hackt auf Bürgermeisterin rum

2019 sollte Puerto Rico erneut von einem tropischen Sturm bedroht werden. "Dorian" verursachte letztlich Sachschäden in Höhe von über fünf Milliarden US-Dollar. Donald Trump nahm den nahenden Sturm abermals zum Anlass, um auf der Bürgermeisterin von San Juan, Carmen Yulín Cruz herumzuhacken. In seinem Tweet heißt es:

"Wir verfolgen den tropischen Sturm Dorian genau, während er, wie üblich, Richtung Puerto Rico steuert. Die FEMA und alle anderen sind bereit und werden einen guten Job machen. Wenn es so weit ist, lasst es sie wissen und bedankt euch – Nicht wie beim letzten Mal. Das schließt die inkompetente Bürgermeisterin von San Juan mit ein!", schreibt Trump.

Scheinbar ist der US-Präsident nicht nur dünnhäutig, sondern auch sehr nachtragend.

(lw/vdv)

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