Die Sicherheitsbehörden sind zum Tatort einer tödlichen Schießerei in einem Massagesalon in Georgia gekommen.
Die Sicherheitsbehörden sind zum Tatort einer tödlichen Schießerei in einem Massagesalon in Georgia gekommen.
Bild: AP / Mike Stewart

Acht Menschen in Atlanta erschossen – anti-asiatisches Motiv vermutet

Im US-Bundesstaat Georgia werden acht Menschen in drei Massage-Salons erschossen. Bei den meisten der Opfer soll es sich um asiatisch gelesene Frauen handeln. Noch ist das Motiv unklar. Angriffe auf asiatischstämmige Amerikaner haben in der Pandemie aber zugenommen.
17.03.2021, 08:4117.03.2021, 13:47

Acht Menschen sind am Dienstag innerhalb kurzer Zeit in drei verschiedenen Massage-Salons im südlichen US-Bundesstaat Georgia erschossen worden. Gut drei Stunden nach den Vorfällen in und um die Hauptstadt Atlanta nahm die Polizei einen 21-Jährigen fest. Die Polizei geht nach eigenen Angaben davon aus, dass alle drei Angriffe durch denselben Täter erfolgten. Vier Menschen starben am Nachmittag in Cherokee County, rund 50 Kilometer nördlich von Atlanta, in einem asiatischen Massage-Salon. Vier weitere Menschen wurden nur eine Stunde später durch Schüsse in zwei Wellnesseinrichtungen in Atlanta getötet. Ein Motiv wurde noch nicht bekannt gegeben, vermutet wird aber ein anti-asiatischer Hintergrund der Tat.

Die Polizei von Atlanta teilte mit, dass der in Gewahrsam genommene Mann "sehr wahrscheinlich" für alle drei Vorfälle verantwortlich sei, wie der Sender CNN berichtete. Videos würden das beweisen. Es werde aber noch daran gearbeitet zu bestätigen, dass alle drei Fälle miteinander in Verbindung stünden, berichtete der Sender NBC News. Zunächst hatte es geheißen, es gäbe keine Hinweise, dass die Vorfälle miteinander in Verbindung stünden.

Mindestens vier der acht Opfer sind asiatischer Herkunft

Nach Angaben des südkoreanischen Außenministeriums waren vier der Todesopfer Frauen koreanischer Abstammung. Zunächst war unklar, ob sie auch die südkoreanische Staatsangehörigkeit hatten. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, teilte am Mittwoch mit, US-Präsident Joe Biden sei über die "schrecklichen" Vorfälle unterrichtet worden. Man sei in Kontakt mit der Bundespolizei FBI.

Am Dienstagnachmittag fand die Polizei in Cherokee County zwei durch Schüsse getötete und drei verletzte Menschen in einem asiatischen Massage-Salon ("Young's Asian Massage"), wie die Sender CNN und NBC News unter Berufung auf die Polizei berichteten. Zwei Verletzte seien im Krankenhaus gestorben.

Der Verdächtige wurde drei Stunden nach der Schießerei festgenommen

Nur eine knappe Stunde später wurde die Polizei wegen eines Raubüberfalls zu einem knapp 50 Kilometer entfernten Tatort in Atlanta gerufen – und entdeckte in einem Spa drei erschossene Menschen. Nicht weit davon entfernt, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, sei dann in einem Aromatherapie-Spa noch eine weitere Tote aufgefunden worden, sagte der Polizeichef von Atlanta, Rodney Bryant.

Wie die "Atlanta Journal-Constitution" berichtete, waren sechs der insgesamt acht Toten asiatischer Herkunft. Anti-Rassismus-Aktivisten hatten zuletzt vor einer wachsenden Ablehnung von Menschen asiatischer Herkunft in den USA gewarnt. In den 16 größten Städten des Landes verdreifachte sich laut einer Studie des Center for the Study of Hate and Extremism die Zahl anti-asiatischer Straftaten im vergangenen Jahr von 49 auf 122.

Biden forderte erst kürzlich Ende von Hassverbrechen gegen asiatisch-stämmige Amerikaner

Die Initiative "Stop AAPI Hate" – die Diskriminierung von asiatischstämmigen Amerikanern und solchen von den Pazifik-Inseln nachverfolgt – teilte mit, zwar sei noch unklar, ob es sich um Hassverbrechen handele.

"Aber im Moment gibt es in der asiatisch-amerikanischen Gemeinschaft eine Menge Angst und Schmerz, die angesprochen werden müssen."

"Stop AAPI Hate" beklagt seit der Coronavirus-Pandemie einen "alarmierenden" Anstieg von Vorfällen. US-Präsident Joe Biden hatte bei einer Fernsehansprache in der vergangenen Woche ein sofortiges Ende der Hassverbrechen gegen asiatisch-stämmige Amerikaner gefordert, die zum Südenbock gemacht würden. Diese Taten seien "unamerikanisch", kritisierte der Demokrat. Bidens republikanischer Vorgänger Donald Trump bezeichnete das Coronovirus regelmäßig als "China-Virus".

(lfr/dpa)

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