In Tulsa hatte Trump seine erste Wahlkundgebung abgehalten, seit die Corona-Krise die USA erreicht hatte.
In Tulsa hatte Trump seine erste Wahlkundgebung abgehalten, seit die Corona-Krise die USA erreicht hatte.
Bild: ap / Ian Maule

Anstieg von Corona-Fällen in Tulsa nach Trump-Event – in ersten US-Staaten werden Intensivbetten knapp

09.07.2020, 06:2809.07.2020, 06:38

Rund zweieinhalb Wochen nach der umstrittenen Wahlkampfkundgebung von US-Präsident Donald Trump in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma ist in der Stadt eine deutlich erhöhte Rate von Neuinfektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Wie die örtliche Gesundheitsbehörde am Mittwoch mitteilte, wurde zuletzt eine Zunahme der Infektionsfälle um 266 binnen 24 Stunden verzeichnet. Bereits an den beiden Vortagen waren es jeweils mehr als 200 neue Fälle gewesen.

Der Leiter der kommunalen Gesundheitsdienste, Bruce Dart, wollte zwar nicht explizit einen Zusammenhang zwischen den gestiegenen Infektionsraten und Trumps Wahlkampfauftritt am 20. Juni herstellen. Er nannte es jedoch "mehr als wahrscheinlich", dass der Anstieg der Zahlen mit "mehreren Großereignissen vor etwas mehr als zwei Wochen" in Verbindung stehe.

Viele Menschen ohne Maske. Und Donald Trump.
Viele Menschen ohne Maske. Und Donald Trump.
Bild: ap / Stephen Pingry

Zuletzt sanken die Zahlen in Tulsa

In den ersten beiden Wochen nach der Trump-Veranstaltung war zwar noch ein Rückgang der Neuinfektionen in Tulsa festgestellt worden. Bei einer Coronavirus-Infektion kann es allerdings rund zwei Wochen dauern, bis sich Symptome zeigen.

In Tulsa hatte Trump seine erste Wahlkundgebung abgehalten, seit die Corona-Krise die USA erreicht hatte. Er setzte sich damit über Bedenken hinweg, dass die Großveranstaltung die Ausbreitung des neuartigen Virus befördern könnte. Die große Mehrzahl der tausenden Teilnehmer der Kundgebung trug keine Atemschutzmasken - auch der Präsident selbst nicht.

Intensivbetten wurden in einzelnen US-Staaten knapp

Die Gesamtzahl der Coronavirus-Infektionen in den USA hatte zuletzt die Schwelle von drei Millionen überschritten. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwochabend (Ortszeit) wurden binnen 24 Stunden weitere 55.000 Infektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Ansteckungsfälle lag bei rund 3,046 Millionen.

Es zeichnet sich weiter keine Entspannung ab. Eine Reihe von Bundesstaaten wie Florida, Texas oder Arizona verzeichneten auch am Mittwoch hohe Infektionsraten, teilweise wurden Intensivbetten in Krankenhäusern knapp.

Trotz all dem plant Präsident Donald Trump weitere Wahlkampfveranstaltungen. An diesem Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire vor Tausenden Anhängern sprechen. Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie "freiwillig alle Risiken" übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten, wie seine Kampagne erklärte. Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber "stark ermuntert", bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es.

(hau/afp/dpa)

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