Werden sicher keine Freunde mehr: US-Präsident Trump und sein Amtsvorgänger Obama.
Werden sicher keine Freunde mehr: US-Präsident Trump und sein Amtsvorgänger Obama. Bild: Pool AP/AP Photo / Alex Brandon

Trump wirft Obama Verrat vor – ohne Beweise zu liefern

23.06.2020, 19:56

US-Präsident Donald Trump hat seinem Vorgänger Barack Obama in einem Interview mit dem konservativen Fernsehsender Christian Broadcasting Network (CBN) Verrat unterstellt – ohne dafür Beweise zu liefern. Trump konkretisierte damit zum ersten Mal Vorwürfe an die Obama-Regierung, die er zuvor nur als "Obamagate" bezeichnet hatte.

Im Kern geht es dabei um die Untersuchung des Trump-Wahlkampfes im Jahr 2016 seitens des FBI und damit um Ermittlungen, die später in die Mueller-Untersuchung mündeten. Trump sieht in den FBI-Ermittlungen einen Versuch der Spionage durch die Obama-Regierung:

"Es ist Verrat. Schauen Sie, damals sagte ich, sie haben meine Kampagne ausspioniert. Sie haben es aufgenommen (...) Jetzt stellt sich heraus, ich hatte recht. Warte wir ab, was ihnen passiert."

Trump führte fort, dass John Durham, der Anwalt der mit der Untersuchung des Falles beauftragt wurde, eine "sehr respektierte Person" ist. Und auch Generalstaatsanwalt William Barr würde eine "großartige Arbeit machen". "Lassen Sie uns abwarten, was sie herausfinden werden, aber sie müssen mir es gar nicht erzählen. Alles was ich machen muss, ist die Zeitung zu lesen", so Trump.

Tatsächlich gibt es weiterhin keine Beweise dafür, dass Trump recht hat, wie der Nachrichtensender CNN herausstellte. Ein unabhängiger Bericht des Justizministeriums hatte Ende letzten Jahres festgestellt, dass Untersuchung des FBI ordnungsgemäß eingeleitet und ohne politische Vorurteile durchgeführt wurden, was die Behauptungen der Trump-Regierung, es handele sich um eine Verschwörung, untergräbt. Lediglich einzelne Aspekte der Untersuchung wurden gerügt und FBI-Mitarbeiter abgemahnt.

Später im Interview sagte Trump, wenn ähnliche Straftaten vor 50 oder 100 Jahren begangen worden wären, wären die Täter hingerichtet worden. "Aber wir leben in einer anderen Zeit", fügte er hinzu. Am Ende betonte Trump noch, er hoffe, dass er "enorme Unterstützung der evangelikalen Christen" bekomme.

Obama selbst hat es bisher stets vermieden, auf die Anschuldigungen Trumps einzugehen.

(lau)

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