19.03.2021, USA, Atlanta: Joe Biden, Pr

Der US-Präsident Joe Biden verurteilt den Rassimus gegenüber asiatischstämmigen Amerikanern. Bild: dpa / Patrick Semansky

Nach Attentat in Atlanta: Biden geißelt antiasiatischen Rassismus

Nach den tödlichen Angriffen auf mehrere asiatische Massage-Salons im Großraum Atlanta hat US-Präsident Joe Biden Hass und Rassismus aufs Schärfste verurteilt. "Wir müssen unsere Herzen wandeln. Hass darf in Amerika keinen sicheren Hafen haben. Es muss aufhören", appellierte Biden am Freitag bei einem Besuch in Atlanta im südlichen US-Bundesstaat Georgia. Der Demokrat forderte zudem dazu auf, Diskriminierung und Rassismus nicht unwidersprochen zu lassen und damit zu tolerieren. "Weil unser Schweigen uns zu Komplizen macht. Wir dürfen keine Komplizen sein", betonte Biden. Rassismus sei ein "hässliches Gift", das die Vereinigten Staaten schon zu lange verfolge.

Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris, deren Mutter einst aus Indien in die USA eingewandert war, trafen sich in Atlanta mit Vertretern der asiatischstämmigen Gemeinschaft. "Rassismus ist in Amerika eine Tatsache und ist es immer gewesen", sagte Harris. "Fremdenfeindlichkeit ist in Amerika eine Tatsache und ist es immer gewesen, genauso wie Sexismus." Alle Menschen müssten als Amerikaner wahrgenommen werden, und nicht als Mitglieder einer bestimmten Gruppe, forderte sie. "Jemandem Unrecht zu tun bedeutet, uns allen Unrecht zu tun", mahnte Harris.

Die Aussagen des Präsidenten sind eine Reaktion auf die Schießerei in Atlanta

Die tödliche Angriffsserie in Georgia hatte einen Schock ausgelöst und in den USA die Debatte über zunehmende Diskriminierung asiatischstämmiger Amerikaner neu entfacht. Nachdem Ex-Präsident Donald Trump das Coronavirus häufig als "China-Virus" bezeichnet hatte, berichteten viele asiatischstämmige US-Bürger, dass sie vermehrt Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt waren.

Am Dienstag waren in drei Massage-Salons in und um Atlanta innerhalb kurzer Zeit acht Menschen erschossen worden. Sechs der acht Todesopfer hatten einen asiatischen Hintergrund, sieben Opfer waren Frauen. Ein Mann überlebte schwer verletzt.

Ein 21-jähriger Weißer gestand die Taten. Er gab der Polizei zufolge an, er habe nicht aus rassistischen Motiven gehandelt. Als Antrieb für die brutalen Angriffe nannte er demnach Sexsucht und das Ziel, die "Versuchung" durch Massage-Salons ausmerzen zu wollen. Die Polizei betonte am Mittwoch jedoch, es sei zu früh, um klare Aussagen über das Tatmotiv zu treffen und darüber, ob es sich um ein Hassverbrechen handele. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Festgenommenen Mord und schwere Körperverletzung vor.

(lfr/dpa)

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