Donald Trump möchte nur gute Nachrichten lesen – zumindest über sich.
Donald Trump möchte nur gute Nachrichten lesen – zumindest über sich.
Bild: imago images / Oliver Contreras

Endlich Fake News aus dem eigenen Haus: Trump plant neues Medium

13.11.2020, 12:26

Donald Trump liebt Fox News und Fox News profitiert von Donald Trump. Trump verliert die Wahl. Fox News meldet einen Bundesstaat zu früh als ausgezählt und Trump wird sauer. Er schmollt und kündigt an, seinen eigenen Sender zu gründen. Was früher noch nach WG-Küchen-Smalltalk morgens um 5.00 Uhr klang, könnte jetzt wahr werden – zumindest nach Informationen der Nachrichtenseite "Axios", der sich auf interne Quellen aus dem Weißen Haus beruft.

Demnach soll Präsident Trump Freunden mitgeteilt haben, er wolle ein digitales Medienunternehmen gründen, um Fox News zu verdrängen und den Lieblingssender der Konservativen in den USA zu untergraben. Der Grund: Einige Trump-Berater seien der Meinung, dass Fox News mit einer zu frühen Meldung zum Sieg des designierten Präsidenten Biden in Arizona einen Fehler gemacht habe. Das machte Trump wütend und er griff den Sender an. Laut "Axios" sagte eine Quelle mit detailliertem Wissen über Trumps Absichten:

"Er plant, Fox zu vernichten. Daran besteht kein Zweifel."

So sieht Trumps Plan – laut Quelle – aus:

  • Es gab bereits Spekulationen um einen eigenen Kabel-Kanal des Noch-Präsidenten, die Umsetzung sei jedoch zu teuer.
  • Stattdessen erwäge Trump einen digitalen Kanal, der per Online-Stream erreichbar wäre – dies sei billiger und schneller umsetzbar.
  • Das Angebot solle eine monatliche Gebühr kosten. Trump wolle damit Abonnenten von Fox News, zu denen etliche seiner Fans gehören, auf seine Seite ziehen. Ein Fox-Streaming-Abo kostet derzeit 5,99 Dollar pro Monat.

Trump verfügt durch den Wahlkampf über eine riesige Datenbank mit E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Dies könnte ihm beim Start seines Senders helfen.

Donald Trump hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten zunehmend darüber beschwert, dass Fox News mehr Demokraten interviewte als früher. Er stichelte gegen den Sender, indem er andere konservative Formate wie One America News und Newsmax unterstützte.

Trump machte "Fake News" salonfähig

"Fox hat sich sehr verändert", sagte Trump während des letzten Interviews, das er "Fox & Friends" am Wahltag gab. "Jemand sagte: Was ist der größte Unterschied zu vor vier Jahren? Und ich sage: Fox. Ich beschwere mich nicht – ich sage es den Leuten nur", fügte Trump hinzu.

Der Umgang des US-Präsidenten mit den Medien und deren Berichterstattung über ihn wird weltweit kontrovers diskutiert. Trump wird bescheinigt, beispielsweise mithilfe des Kurznachrichtendienstes Twitter selbst in Konkurrenz zu den über ihn Bericht-erstattenden Medien zu treten. Er diskreditierte die Berichterstattung über ihn wiederholt als Fake News – und machte den Begriff so überhaupt erst salonfähig.

Sollte er weiter so unablässig davon überzeugt sein, er habe die US-Wahl gewonnen, dürften Fake News weiter eine große Rolle in seinem Leben spielen. Nur diesmal auf seinem eigenen Sender. Und eben wirklich falsch.

(mse)

Trump soll Merkel im Telefonat mit ihr als "dumm" bezeichnet haben

US-Präsident Donald Trump genießt nicht unbedingt den Ruf, besonders feinfühlig zu sein. Dass allerdings selbst seine eigenen Berater ihn aufgrund seiner Telefongespräche mit den Staatschefs anderer Länder als "wahnhaft" bezeichnen, ist dann doch eine neue Dimension. Von dieser Einschätzung berichtet CNN unter Berufung auf zwei Insider.

Wie die Insider dem Nachrichtensender berichten, schikanierte und erniedrigte Trump regelmäßig gerade die Staatschefs der wichtigsten Verbündeten Amerikas, …

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