Steve Bannon ist eine der einflussreichsten Stimmen der Neuen Rechten.
Steve Bannon ist eine der einflussreichsten Stimmen der Neuen Rechten.Bild: ap / Eduardo Munoz Alvarez

Donald Trump begnadigt Ex- Chefstrategen Steve Bannon

20.01.2021, 07:22

Unmittelbar vor dem Ende seiner Amtszeit als US-Präsident hat Donald Trump Medienberichten zufolge seinen einstigen Chefstrategen Steve Bannon begnadigt. Das berichteten die "New York Times" und die "Washington Post" in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf Mitarbeiter des Weißen Hauses. Eine offizielle Bestätigung aus dem Weißen Haus lag zunächst nicht vor. Der Sender CNN hatte zuvor gemeldet, Trump habe in den letzten Stunden seiner Amtszeit die Entscheidung getroffen, Bannon zu begnadigen.

Bannon war 2016 zu Trumps Team gestoßen und übernahm die Leitung des Wahlkampfs. Dem 67-Jährigen wird ein maßgeblicher Anteil am damals überraschenden Erfolg Trumps zugeschrieben. Nach dem Wahlsieg wurde Bannon Trumps Chefstratege, musste aber 2017 seinen Hut nehmen. Kritiker werfen Trump vor, vom Begnadigungsbefugnis insbesondere für ihm nahe stehende Personen Gebrauch gemacht zu haben. Kurz vor Weihnachten hatte er bereits mehrere loyale Weggefährten begnadigt, darunter den einstigen Leiter seines Wahlkampfteams, Paul Manafort.

Vordenker der Neuen Rechten

Bannon ist Mitgründer der Internetplattform "Breitbart" und gilt als eine der wichtigsten Figuren der Neuen Rechten weltweit. Er war im Sommer festgenommen worden wegen Vorwürfen, Geld aus einer Online-Spendenaktion für den Bau einer Mauer zu Mexiko abgezweigt zu haben. Bannon plädierte auf nicht schuldig und wurde gegen Kaution freigelassen. Er stellt sich als Opfer politischer Verfolgung dar. Das Gerichtsverfahren in dem Fall sollte im Mai 2021 beginnen.

(om/dpa)

"Krieg ist definitiv ein realistisches Szenario": Russland-Expertin Pagung über den Ukraine-Konflikt und Baerbocks diplomatische Mission

Annalena Baerbock steht vor dem schwierigsten Besuch ihrer bisherigen Amtszeit. Die deutsche Außenministerin kommt am Dienstag vor dem Hintergrund der Krise zwischen Russland und der Ukraine in Moskau mit ihrem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow zusammen. Angesichts der Konflikte zwischen Berlin und Moskau dürfte der Antrittsbesuch beim dienstältesten Außenminister Europas für die Grünen-Politikerin eine Art Feuerprobe sein.

Zur Story