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US-Weltmeisterinnen wollen nicht ins Weiße Haus – und haben eine Botschaft an Trump

10.07.2019, 09:36

US-Fußballstar Megan Rapinoe glaubt nach dem Gewinn ihrer Mannschaft bei der Weltmeisterschaft nicht, dass ihre Mitspielerinnen einer Einladung ins Weiße Haus folgen würden.

Rapinoe sagte am Dienstag im US-Sender CNN:

"Ich würde nicht gehen und jede Mannschaftskollegin, mit der ich explizit darüber gesprochen habe, würde auch nicht gehen."

Sie glaube nicht, dass "irgendjemand in der Mannschaft" ein Interesse daran habe, sich "von dieser Regierung vereinnahmen und korrumpieren zu lassen".

Die US-Nationalmannschaft hatte am Sonntag im Finale der Frauenfußball-WM in Frankreich die Niederlande mit 2-0 besiegt, Rapinoe steuerte ein Elfmetertor zum Sieg bei. Bereits vor dem Triumph hatte sie gelobt, bei einer möglichen Einladung von US-Präsident Donald Trump zu Hause bleiben zu wollen. Trump hatte daraufhin im Kurzbotschaftendienst Twitter geantwortet, die Stürmerin "sollte niemals unser Land, das Weiße Haus oder unsere Flagge geringschätzen".

Rapinoes Botschaft an Trump

Auf die Frage, ob sie eine Nachricht für den Präsidenten habe, sagte Rapinoe am Dienstag: "Ich würde sagen, dass Ihre Botschaft Menschen ausschließt. Sie schließen mich aus. Sie schließen Menschen aus, die aussehen wie ich. Sie schließen nicht-weiße Menschen aus."

Rapinoe ist eine von mehreren homosexuellen Spielerinnen in der Nationalmannschaft. Sie warf Präsident Trump vor, mit seinem Slogan "Make America Great Again" (Macht Amerika wieder groß) die Vergangenheit zu verklären. "Ich denke, dass sie sich auf eine Ära beziehen, die nicht großartig für jeden war. Sie mag großartig für einige wenige Menschen gewesen sein und vielleicht ist Amerika auch jetzt für einige wenige Menschen großartig, aber es ist nicht großartig für genug Amerikaner in dieser Welt."

Mit Trump kamen die Absagen

Seitdem Trump 2016 zum Präsidenten gewählt wurde, haben sich die traditionellen Empfänge erfolgreicher Sportler in den USA zu einem Politikum entwickelt. Einer Rechnung zufolge hat seitdem rund die Hälfte der 20 Sieger von College- und Profiwettbewerben ihren Besuch abgesagt oder wurden gar nicht erst eingeladen.

Prominente Beispiele waren die Golden State Warriors, Basketball-Meister der Jahre 2017 und 2018, sowie die Philadelphia Eagles, die 2018 das American-Football-Großereignis Super Bowl gewannen. Auch vom amtierenden Baseballmeister Boston Red Sox kam nur ein Teil der Mannschaft ins Weiße Haus.

(ts/afp)

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