Markus Lanz wurde in der Corona-Pandemie zum wichtigsten Polit-Talker deutschlands.
Markus Lanz wurde in der Corona-Pandemie zum wichtigsten Polit-Talker deutschlands.
Bild: zdf/screenshot

Markus Lanz schießt gegen ZDF: "Wer eine Sendung kaputt programmieren will"

02.06.2021, 16:3602.06.2021, 18:40

In der Corona-Pandemie entwickelte sich Markus Lanz vom belächelten Talkshow-Moderator zum geachteten Polittalk-Meister: Kaum einer, der in der Politik Rang und Namen hat, war in den vergangenen zwölf Monaten nicht in seiner Sendung. Doch auch "Markus Lanz" musste in der Pandemie auf das Publikum im Studio gänzlich verzichten. Jetzt, da die Infektionszahlen stark sinken, könnten also auch bald wieder Zuschauer im Studio sitzen – aber nicht, wenn es nach Lanz geht.

"Die Stille im Studio hat die Sendung intensiver gemacht." Das habe dabei geholfen, "eine Instanz zu werden", so Markus Lanz in einem Interview mit dem Magazin "Journalist". Den "populistischen Ausfallschritt für den schnellen Applaus" traue sich ohne Publikum kaum ein Politiker. Ginge es also nach dem Moderator, würde er auf das Publikum ganz verzichten.

Bei "Lanz" saßen viele Politiker auf dem Stuhl – auch Karl Lauterbach.
Bei "Lanz" saßen viele Politiker auf dem Stuhl – auch Karl Lauterbach.
bild: Screenshot/zdf

Auch, wenn er sich selbst nicht als Krisengewinner bezeichnen will. "Wir alle haben in der Pandemie verloren. Die hohe Frequenz unserer Sendung hat uns sicher dabei geholfen, größere Bedeutung zu erlangen", erklärt Markus Lanz weiter.

Lanz kritisiert ZDF für Unzuverlässigkeit

Gleichzeitig kritisiert er auch seinen Heimatsender ZDF für die Unzuverlässigkeit der Show-Programmierung. Diese läuft von Dienstag bis Donnerstag am späten Abend – jedoch mal um 22.45 Uhr und mal um 23.15 Uhr. "Wer eine Sendung kaputt programmieren will, nimmt ihr jede Verlässlichkeit", ärgert sich Lanz in dem Interview. Sie werden manchmal "unglaublich herumgeschoben" und das sorge nicht nur bei der Redaktion für Frust, sondern auch bei den Zuschauern. Die "Kollegen im Ersten" bekämen "komischerweise ein verlässliches Sendeschema hin".

Seinem Sender will er offenbar trotz seines Ärgers treu bleiben und verriet bereits neue Pläne. Offenbar liebäugelt er mit dem Thema Podcast und "entwickle bereits eine charmante Idee mit Richard David Precht".

(jab)

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