"Jetzt ist Schluss" – Bei einer Frage bricht Altkanzler Schröder RTL-Interview ab

Wird das Abbrechen von Interviews zur neuen Lieblingsbeschäftigung deutscher (Ex-)Politiker? Nachdem AfD-Rechtsaußen Björn Höcke im ZDF ein Gespräch vorzeitig beendet hatte, brach nun Altkanzler Gerhard Schröder ein Interview mit dem Sender RTL ab. Und nein, wir wollen Schröder nicht mit der AfD vergleichen. Aber kurios ist auch sein Fall allemal.

Was war passiert? Ein Kamerateam des Senders hatte den Altkanzler samt seiner Ehefrau Soyeon Schröder-Kim auf einer Spendengala in Berlin getroffen. Doch als die Reporterin Schröder auf eine Klage wegen Ehebruchs anspricht, winkt der mürrisch ab.

"Es gibt natürlich die Schlagzeilen um die Klage ihres Ex-Mannes ...", setzt sie an – doch viel weiter kommt sie nicht.

"Jetzt ist Schluss", murmelt Schröder und zieht, seine Ehefrau im Schlepptau, von dannen.

Offenbar hatte die Journalistin die falsche Frage gestellt. "Da scheinen wir ja ein sensibles Thema getroffen zu haben", analysierte sie hinterher den Gesprächsverlauf.

Sie und ihr Team hätten allerdings bei Schröder beobachtet, dass sich "die Laune auch wieder schnell gebessert hat".

Gerhard Schröder auf 75.000 Euro Schmerzensgeld verklagt

Hintergrund der Geschichte ist eine Klage des Ex-Manns von Schröder-Kim. Der wirft dem neuen Gatten seiner Ex, also dem Altkanzler, Ehebruch vor und fordert 75.000 Euro Schmerzensgeld. Schröder habe Ehe und Ansehen des Mannes zerstört und ihm somit "seelische Qualen" bereitet.

Ansehen – oder das Gesicht wahren – ist in der südkoreanischen Gesellschaft immens wichtig. Öffentliche Kritik, Bloßstellung oder Ablehnung gilt dort als extrem unhöflich. So erklärt sich die vergleichsweise hohe Summe, die der – aus seiner Sicht gehörnte – Ex-Mann fordert.

Dass sich Schröder allerdings tatsächlich wegen Ehebruchs vor einem südkoreanischen Gericht verantworten muss, ist eher unwahrscheinlich. Der entsprechende Paragraf im südkoreanischen Strafrecht ist seit 2015 abgeschafft.

pcl

"Hart aber fair"-Gäste geraten in Streit – Frank Plasberg muss eingreifen

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