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Kommunalwahl in Moskau: Große Verluste für Kreml-treue Kandidaten

09.09.2019, 11:18

Klatsche für Putin: Bei der Kommunalwahl in Moskau haben die Kreml-treuen Kandidaten Medienberichten zufolge große Verluste eingefahren.

  • Wie russische Nachrichtenagenturen am Montag nach Auszählung fast aller Stimmen berichteten, gingen viele Stimmen an unabhängige Kandidaten, Kommunisten und Liberale.
  • Die Kreml-Partei Einiges Russland hat demnach rund ein Drittel ihrer Sitze im Moskauer Stadtrat verloren.
  • Medienberichten zufolge müssen die Kreml-treuen Kandidaten 20 der 45 Sitze abgeben: Die Kommunisten, die bisher fünf Stadträte stellten, können mit 13 bis 14 Sitzen rechnen. Die liberale Jabloko-Partei und die linksgerichtete Partei Gerechtes Russland, die bisher nicht im Moskauer Stadtrat vertreten waren, können demnach jeweils mit drei Sitzen rechnen.

Darum sind die Kommunalwahlen wichtig

Die russischen Kommunal- und Regionalwahlen galten als wichtiger Stimmungstest für Präsident Wladimir Putin.

Die Zustimmungswerte der Kreml-Partei Einiges Russland hatten in der russischen Hauptstadt schon vor der Wahl einen Tiefpunkt erreicht. Nach wochenlangen Massenprotesten der Opposition war in Moskau offiziell kein Politiker für diese Partei angetreten. Mitglieder präsentierten sich als unabhängige Kandidaten.

In Russland wurden am Sonntag neben Stadträten und Bürgermeistern auch 16 regionale Gouverneure und die Parlamente in 13 Regionen gewählt. Erste Wahlergebnisse aus den Regionen Sachalin und Transbaikalien im äußersten Osten Russlands hatten einen weiten Vorsprung der Kreml-treuen Kandidaten gezeigt.

Video von mutmaßlicher Wahlmanipulation sorgt für Aufsehen

Gab es Manipulationen bei der Wahl? Beobachter sprachen am Sonntag bei teils geringer Wahlbeteiligung von zahlreichen Verstößen bei der Abstimmung in den 85 Regionen des Landes.

Auf Twitter kursierte ein Video, das einen Mann in der russischen Stadt Puschkin zeigen soll. Der Mann wirft ungestört gleich mehrere Briefumschläge in die Wahlurne. Das Video sorgt bei vielen Russen auf Twitter für Empörung.

(ll/afp)

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