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Zwei Millionen (!) Menschen gehen in Hongkong gegen die Regierung auf die Straße

16.06.2019, 18:1716.06.2019, 18:19

Die Proteste gegen die Peking-treue Führung in Hongkong haben weiteren Zulauf erhalten. Fast zwei Millionen Menschen seien am Sonntag auf die Straße gegangen, sagte Jimmy Sham von der größten Protestgruppe Civil Human Rights Front (CHRF). Demnach konnten die Regierungsgegner nahezu doppelt so viele Demonstranten mobilisieren wie eine Woche zuvor.

Die Demonstrationen wurden ausgelöst durch ein Gesetzesvorhaben der Regierung, das Auslieferungen auch an Festland-China vorsieht. Kritiker fürchten, dass bei einer Verabschiedung des Gesetzes auch Dissidenten vor chinesische Gerichte gestellt werden könnten.

Zwar machte Hongkongs Peking-treue Regierungschefin Carrie Lam am Samstag angesichts der anhaltenden Proteste einen Rückzieher und legte das Gesetzesvorhaben auf Eis, die Demonstranten fordern aber, dass die Pläne vollständig aufgegeben werden. Zudem verlangen sie den Rücktritt Lams. Diese entschuldigte sich am Sonntag für "Defizite in der Regierungsarbeit". Einen Rücktritt lehnt sie aber ab.

Das umstrittene Gesetzesvorhaben hatte in den vergangenen Tagen zu beispiellosen Massenprotesten und den schwersten politischen Unruhen seit der Übergabe der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong an China 1997 geführt. Knapp 80 Menschen wurden verletzt, darunter 22 Polizisten. Am Samstag starb ein Demonstrant, der stundenlang auf dem Dach eines Gebäudes gegen das Auslieferungsgesetz protestiert hatte und dann hinuntergestürzt war.

(as/afp)

Usbekistan: Heftige Proteste gegen Verfassungsänderung – Ausnahmezustand

In der autonomen Republik Karakalpakstan im Nordwesten Usbekistans herrscht nach regierungskritischen Protesten der Ausnahmezustand. Dieser wurde am Wochenende von der Regierung des zentralasiatischen Landes verhängt und soll bis zum 2. August gelten. In der Regionalhauptstadt Nukus hatten am Freitag tausende Menschen gegen Pläne zur Beschneidung ihrer Autonomierechte demonstriert. Laut Präsident Schawkat Mirsijojew gab es bei den Protesten "Opfer".

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