Wegen des satirisch gemeinten T-Shirt-Aufdrucks hat Martin Sonneborn einen Shitstorm ausgelöst. Jetzt hat er sich entschuldigt.
Wegen des satirisch gemeinten T-Shirt-Aufdrucks hat Martin Sonneborn einen Shitstorm ausgelöst. Jetzt hat er sich entschuldigt.Bild: imago images / photothek

Nach Rassismus-Vorwürfen: Sonneborn bedauert T-Shirt-Aufdruck

14.01.2021, 18:46

Der Europaabgeordnete Martin Sonneborn hat einen als rassistisch kritisierten Witz bedauert. Es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass sich jemand durch den Aufdruck eines satirisch gemeinten T-Shirts rassistisch diskriminiert fühlen könnte, erklärte der Chef der Satirepartei Die Partei auf Twitter. Ein Schriftzug auf dem T-Shirt hatte suggeriert, Asiaten könnten kein R aussprechen.

Semsrott kündigt Partei-Austritt an

"Wenn ein Witz aber zu rassistischer Verletzung führt, statt Reflexionsanstöße zu geben oder zumindest ein befreiendes Lachen nach sich zu ziehen, dann ist es ein misslungener Witz. Es tut mir leid, dass Menschen durch die Reproduktion dieser Stereotype verletzt wurden."

Wegen des Streits über dieses T-Shirt und Sonneborns Umgang mit Kritik daran hatte der Europaabgeordnete und Satiriker Nico Semsrott am Mittwoch seinen Austritt aus der Partei "Die Partei" angekündigt. Der 34-Jährige schrieb in einer Erklärung: "Ich finde seine Reaktion auf die Kritik falsch und inakzeptabel. Das ging mir in der Vergangenheit schon in anderen Fällen so."

Zusammen mit Nico Semsrott schaffte Martin Sonneborn und Die Partei den Einzug ins EU-Parlament.
Zusammen mit Nico Semsrott schaffte Martin Sonneborn und Die Partei den Einzug ins EU-Parlament.Bild: imago images

Social Media-Nutzer fühlen sich von Sonneborn-Foto angegriffen

Sonneborn hatte ein Bild mit dem T-Shirt per Twitter verbreitet, dieses später allerdings gelöscht. Etliche Nutzer sagten, sie fühlten sich rassistisch beleidigt. Sonneborn, früher Chefredakteur der Satire-Zeitschrift "Titanic", legte mit einem Tweet nach: "So, und jetzt bitte schön diskutieren, was Satire darf & soll, die Grenzen bitte nicht vergessen. Merke: der erste Zugriff ("Wah! Rassismus!") ist oft nicht der beste."

In seiner Erklärung vom Mittwochabend schrieb Sonneborn: "Die Exegese von Witzen gehört eigentlich nicht zu meiner Berufsbeschreibung." Mit dem T-Shirt habe er nach dem Sturm von Anhängern des US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol die "zunehmend gegenstandsloser werdende weltpolitische Überheblichkeit der USA" und die "sinophoben Ausfälle und Polemiken ihres Präsidenten" karikieren wollen. Bei der Gestaltung des Shirts habe er sich "sprachlicher Stereotype bedient und ein billiges Klischee aufgenommen". Die Wirkung habe er unterschätzt.

(vdv/dpa)

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