Deutschland
Politik

Gender-Verbot in Bayern: CSU irritiert mit Doppelpunkten in Stellenausschreibung

Markus SOEDER Ministerpraesident Bayern und CSU Vorsitzender,Gestik, Einzelbild,angeschnittenes Einzelmotiv,Portraet,Portrait,Porträt. Pressekonferenz nach Vorstandssitzung des CSU Praesidiums in der  ...
Das Lieblingswort von Markus Söder (CSU) ist offenbar "Nein".Bild: imago images / Sven Simon
Politik

Nach Gender-Verbot in Bayern: CSU irritiert mit gegenderter Stellenausschreibung

21.03.2024, 10:0121.03.2024, 10:07
Mehr «Deutschland»

Die deutsche Sprache ist Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) besonders wichtig. Dialekte findet der Franke super, 2019 setzte er sich sogar dafür ein, dass Mundart und Bairisch im Unterricht an Gymnasien und Realschulen eine größere Rolle spielt.

Inklusive Sprache allerdings ist dem Landesvater ein Dorn im Auge. Vom Gendern, das macht Söder immer wieder deutlich, will er nichts wissen. Deshalb wird die laut Söder und Konsorten "ideologiegetriebene" Sprache im dienstlichen Schriftverkehr verboten. Konkret geht es bei dem Verbot, das am 1. April in Kraft treten soll, um Sonderzeichen zur Geschlechterumschreibung.

Der Verbotsgedanke gärt bereits seit mehreren Monaten innerhalb der Partei. Umso befremdlicher ist eine Stellenausschreibung der CSU Schweinfurt, die aktuell die Runde macht.

Watson ist jetzt auf Whatsapp
Jetzt auf Whatsapp und Instagram: dein watson-Update! Wir versorgen dich hier auf Whatsapp mit den watson-Highlights des Tages. Nur einmal pro Tag – kein Spam, kein Blabla, nur sieben Links. Versprochen! Du möchtest lieber auf Instagram informiert werden? Hier findest du unseren Broadcast-Channel.

CSU Schweinfurt verstößt gegen Gender-Position der Partei

Das bayerische Kabinett beschloss die für das Verbot notwendige Änderung der Allgemeinen Geschäftsordnung für die Behörden des Freistaates Bayern (AGO). Die AGO verpflichtete die staatlichen Behörden und damit auch die Schulen zwar bereits jetzt, die amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung im dienstlichen Schriftverkehr anzuwenden, diese Regelung sei nun aber nochmals "klarstellend ergänzt" worden, hieß es weiter.

Nach der Regelung sind Schreibweisen durch Wortbinnenzeichen wie Gender-Gap, Genderstern, Doppelpunkt oder Mediopunkt ausdrücklich unzulässig. "Das gilt unabhängig von etwaigen künftigen Entscheidungen des Rates für deutsche Rechtschreibung zu der Frage der Verwendung von Sonderzeichen", teilte die Staatskanzlei weiter mit.

Genau dieser Doppelpunkt taucht nun aber in einer Stellenausschreibung der CSU-Schweinfurt auf. Gesucht wird darin ein:e Assistent:in für die CSU-Bundeswahlkreisgeschäftsstelle in Schweinfurt. Gesucht wurde zwar ursprünglich für den ersten Januar 2024 – also weit vor dem Verbot. Doch die Anzeige ist noch immer online und wird aktualisiert.

Das Memo, dass die CSU keine "ideologiegetriebene" Sprache im Freistaat will, hat der fränkische Kreisverband wohl nicht erhalten. Auf X bekommt die Söder-Partei bereits für das Gender-Verbot reichlich Gegenwind. Die Stellenausschreibung sorgt nun für noch mehr Furore.

"Klar ist, dass Lehrkräfte sich daran halten müssen", betont Staatskanzleichef Florian Herrmann. Im gesamten dienstlichen Schriftverkehr, also auch bei Schreiben an Eltern, der kompletten internen Kommunikation und im Unterricht. Das sei eine klare und konsequente Linie, "die wir mit Augenmaß verfolgen". Besonders wichtig sei es der Staatsregierung, dass niemand benachteiligt werde, wenn er oder sie auf geschlechtersensible Sprache verzichte.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat die Verwendung von Sonderzeichen im Wortinneren zuletzt mit Beschluss vom 15. Dezember 2023 nicht empfohlen und darauf hingewiesen, dass es sich um Eingriffe in Wortbildung, Grammatik und Orthografie handelt, die die Verständlichkeit von Texten beeinträchtigen können.

(Mit Material der dpa)

CDU-Parteitag: Friede, Freude, Eierkuchen um "Bundeskanzler Merz"?

Es soll ein Wohlfühl-Event werden – kein Streit, "ein tolles Bühnenbild", "Friedrich Merz wird sich staatsmännisch geben". Damit hat der Generalsekretär der CDU, Carsten Linnemann, im Vorfeld des 36. Bundesparteitags vor Pressevertreter:innen nicht zu viel versprochen.

Zur Story