Der SPD-Vositzende Lars Klingbeil hat wenig Verständnis für das britische Königshaus – die Queen fand er trotzdem cool.
Der SPD-Vositzende Lars Klingbeil hat wenig Verständnis für das britische Königshaus – die Queen fand er trotzdem cool.Bild: Imago Images/ Anoraganingrum Future Image / imago images

Lars Klingbeil zur Monarchie: "Die Queen war cool"

13.09.2022, 09:10

Der Tod der englischen Queen Elisabeth II. und der damit verbundene Thronwechsel lässt auch den SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und seinen Generalsekretär Kevin Kühnert nicht kalt. In ihrem Instagram-Liveformat "K-Frage" haben sich die beiden nun über die aktuelle Situation in Großbritannien ausgetauscht. Und klare Worte zur Monarchie gefunden.

Beide zeigen sich wenig angetan von der Vorstellung, in einer konstitutionellen Monarchie zu leben. Trotzdem macht Klingbeil deutlich, dass er dem Witz der Queen durchaus zugetan war. Charmant habe er beispielsweise die Garderobe der Königin gefunden: Er berichtet vom blauen Hut mit den gelben Elementen, den Elisabeth II. zum Brexit getragen hatte.

"Die Queen war cool", fasst Klingbeil zusammen. Gerade mit Blick auf Ex-Premierminister Boris Johnson und seine Nachfolgerin Liz Truss nennt Klingbeil die Queen "einen Hort der Vernunft". Ansonsten habe er allerdings wenig Gefühle für die britische Krone.

Kühnert hingegen zeigt sich eher irritiert und befremdet. "Ich finde das schon ein bisschen spooky", gibt er zu.

Und stellt klar: "Mich begeistert das nicht." Als besonders absurd habe er die Wortwahl wahrgenommen, die zur Proklamation King Charles III. gewählt wurde.

Er sagt:

"Da steht jemand auf dem Platz und sagt, wir haben einen neuen Lehnsherrn. Das sind Begriffe, die wir aus dem Geschichtsunterricht kennen. Also: Mündige Bürger in einem demokratischen Staat stellen sich auf die Straße, ziehen sich so eine Karnevalskleidung an und rufen wir haben einen neuen Lehnsherrn."

Zu Karneval könne Kühnert das als Ironie akzeptieren – aber "dass man das ernsthaft als Teil der Gesellschaft und Verfasstheit begreift, ist mir fremd." Angemessen sei aber die Berichterstattung gewesen, die die Queen mit Kolonialisierung zusammenbrachte. Denn: Es gebe Menschen, die hätten allen Grund, die Krone abzulehnen.

Was man nicht vergessen dürfe:

"Weil sie aus Familien kommen, die schlimmste koloniale Erfahrungen beispielsweise gemacht haben. Und die britische Krone – darum geht es ja nun mal am Ende auch – für zu viel Unrecht in der Welt und für Unterdrückung gesorgt hat."
Lars Klingbeil teilt heftig gegen Friedrich Merz aus

Die Bund-Länder-Gespräche waren kaum beendet, da meldete sich schon der CDU-Chef und Oppositionsführer Friedrich Merz zu Wort. Auf Twitter bezeichnete Merz das Treffen der Länderchef:innen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als "Abend der verpassten Möglichkeiten, der die Bürgerinnen und Bürger verunsichert zurücklässt."

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