Deutschland
Politik

ARD: Seehofer will Gamer nach Halle-Anschlag beobachten – heftige Reaktionen

Bundesinnenminister Horst Seehofer CSU , Deutschland, Berlin, Bundestag, 112. Sitzung, Haushaltsgesetz 2020, Integration, Netzpolitik und Wohnungswesen im Seehofer-Etat, 12.09.2019 Federal Minister of ...
Bild: M. Popow/imago
Politik

Anschlag in Halle: Seehofer will Gamer beobachten – Reaktion der Szene ist deutlich

13.10.2019, 06:2713.10.2019, 14:33
Mehr «Deutschland»

Nach dem rechtsextremen Anschlag auf eine Synagoge in Halle (Sachsen-Anhalt) hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) mit einer unerwarteten Forderung für Aufsehen gesorgt.

  • In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin", die am Sonntagabend zu sehen ist, forderte Seehofer eine verstärkte Beobachtung der Gamer-Szene.
  • Der Innenminister erklärte: "Das Problem ist sehr hoch. Viele von den Tätern und potenziellen Tätern kommen aus der Gamer-Szene. Manche nehmen sich Simulationen geradezu zum Vorbild."

Die Äußerung sorgte auf Twitter, wo eine Vorschau der Sendung veröffentlicht wurde, für Aufsehen. Der Rechtsextremist Stephan B. hatte am Freitag gestanden, für den Anschlag auf die Synagoge in Halle verantwortlich zu sein.

Der 27-Jährige hatte im Vorfeld des Anschlags Medienberichten zufolge viel Zeit in Gamer-Foren verbracht. Seine Tat filmte B. für die Livestreaming-Plattform Twitch, die vor allem von Gamern genutzt wird.

Seehofer will Gamer nach Halle-Anschlag genauer beobachten lassen

Diese Erkenntnisse nahm Seehofer wohl zum Anlass, um in der ARD-Sendung weiter zu erklären: "Man muss genau hinschauen, ob es noch ein Computerspiel ist, eine Simulation – oder eine verdeckte Planung für einen Anschlag."

Die Äußerung löste in eben jener Gamer-Szene am Wochenende einen Sturm der Empörung aus: Zahlreiche Gaming-Fans gingen den Innenminister hart an.

B. hatte am Mittwoch versucht, ein Massaker in der Synagoge in der Stadt an der Saale anrichten. Er scheiterte jedoch an der gesicherten Eingangstür. Auf seiner Flucht tötete der Rechtsextremist zwei Menschen und verletzte weitere. B. bestätigte am Freitag ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv für die Tat.

Kerntenor der Netz-Kritik an Seehofer: Der Innenminister solle lieber rechte Kreise im Netz genauer beschatten lassen, als diejenigen, denen es nur ums Spielen gehe.

(pb)

Die Geschichte des Bundestages in 17 Daten
1 / 19
Die Geschichte des Bundestages in 17 Daten
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Ab jetzt AfD-Osten? So ein Quatsch!
Video: watson
Starker Anstieg rechter Gewalt im Jahr 2023 – Experte gibt AfD Mitschuld

Rechte politische Mächte sind in den vergangenen Jahren immer stärker geworden – nicht nur in Deutschland, auch international. In Ländern wie Italien und Ungarn regieren Rechte bereits das Land, auch in den Niederlanden einigten sich rechte Parteien kürzlich auf eine Koalition.

Zur Story