Bei der anstehenden Bundestagswahl werden den Grünen gute Chancen auf Regierungsbeteiligung zugesprochen.
Bei der anstehenden Bundestagswahl werden den Grünen gute Chancen auf Regierungsbeteiligung zugesprochen.
Bild: IMAGO / Metodi Popow

Vor Entscheidung der K-Frage: Baerbock und Habeck für Bundestagswahl nominiert

17.04.2021, 20:23

Kurz vor der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Grünen sind die beiden dafür infrage kommenden Parteichefs für die Bundestagswahl in ihren Wahlkreisen nominiert worden. Die Brandenburger Grünen machten am Samstag Annalena Baerbock mit 106 von 109 Delegiertenstimmen auf einem Landesparteitag zu ihrer Spitzenkandidatin. Robert Habeck wurde von den Kreisverbänden Flensburg und Schleswig-Flensburg im Norden Schleswig-Holsteins mit 72 von 73 Stimmen als Direktkandidat nominiert.

In seiner Rede machte der 51-Jährige den Machtanspruch der Grünen deutlich. "Ich will die Grünen in die Regierung führen", sagte er. Deutschland sei zu lange nicht von den Grünen regiert worden. "Das war nicht gut."

Grüne benennen erstmals in ihrer Geschichte einen Kanzlerkandidaten

Der Grünen-Vorstand will am Montag Baerbock oder Habeck für die Kanzlerkandidatur nominieren. Die beiden Parteichefs wollten sich vorher untereinander einigen. Anschließend muss noch ein Parteitag vom 11. bis 13. Juni zustimmen, was aber als sicher gilt – egal wie die Nominierung ausfällt.

Die seit dem Herbst 2018 anhaltend hohen Umfragewerte haben dazu geführt, dass die Partei nun erstmals in ihrer Geschichte einen Kanzlerkandidaten oder einer Kanzlerkandidatin benennt. Derzeit liegen die Grünen als zweitstärkste Kraft hinter der CDU/CSU und vor der SPD stabil bei über 20 Prozent. Die Bundestagswahl findet am 26. September statt.

Baerbock war bereits vor ihrer Wahl zur Spitzenkandidatin in Brandenburg zur Direktkandidatin der Grünen im hart umkämpften Potsdamer Wahlkreis 61 gewählt worden. Dort tritt sie unter anderem gegen den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz an. "Wir wollen das erste bündnisgrüne Direktmandat in Ostdeutschland gewinnen", sagte Baerbock dazu.

(vdv/dpa)

Exklusiv

Wagenknecht im watson-Interview vor dem Linken-Parteitag: "Wir können uns als linke Partei nicht eins zu eins hinter die Ideen von Fridays for Future stellen"

Die Linken-Politikerin im Gespräch über ihre Beziehung zu Fridays for Future und Black Lives Matter, darüber, warum sie sich ausgerechnet am Gendern abarbeitet – und die Frage, warum sie sich über manche antirassistische Proteste nicht freuen kann.

Mit Sahra Wagenknecht und der Linken ist es kompliziert, seit Jahren schon. Wagenknecht, bis November 2019 Chefin der Linksfraktion im Bundestag, ist eines der wenigen Gesichter der Partei, die auch halbwegs politisch interessierte Menschen auf der Straße erkennen würden. Laut ZDF-"Politbarometer" aus dem Mai 2021 ist sie wieder einmal unter den Top 10 der deutschen Spitzenpolitiker – und hat bessere Sympathiewerte als die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Wagenknecht kann Reden …

Artikel lesen
Link zum Artikel