Deutschland
Politik

Die Partei nur knapp hinter SPD: So wählten die jungen Deutschen bei der Europawahl

Bild
Bild: www.imago-images.de
Politik

"Die Partei" nur knapp hinter SPD: So haben die jungen Menschen in Deutschland abgestimmt

26.05.2019, 18:4526.05.2019, 20:55
Mehr «Deutschland»

Vor jeder Wahl wird den Grünen vorhergesagt: Am Wahltag selbst brechen eure Werte ein!

An diesem Sonntag ist es anders gekommen. Laut den ersten Hochrechnungen landen die Grünen weit vor der SPD auf Platz zwei. Die Ökopartei kommt auf knapp 22 Prozent.

Das Ergebnis aber können die Grünen noch einmal steigern, blickt man nur auf die junge Wählergruppe unter 30 Jahren. Sie kommen hier auf 33 Prozent und sind ganz klar stärkste Kraft.

Die Partei liegt bei der Europawahl auf Platz 4, knapp hinter der SPD

Die CDU hingegen hat deutliche Probleme bei den Unter-30-Jährigen, liegt gerade einmal bei 13 Prozent. Das reicht jedoch für Platz 2. Dahinter liegt die SPD mit 10 Prozent. Knapp danach folgen gleichauf die FDP und – kein Witz – die Satire-Partei "Die Partei". Die Partei um Martin Sonneborn liegt damit vor den Linken und der AfD.

Bild

Die Gründe für den Erfolg der Grünen bei der Europawahl:

Nachwahlbefragungen zeigen auch, dass das starke Ergebnis der Grünen bei der Europawahl auf die Stimmen der jungen Wähler zurückzuführen sind.

Bei der Wählergruppe zwischen 18 und 24 Jahren konnten die Grünen 16 Prozentpunkte zulegen:

Bild
Bild: ard

Woran das liegt? Die Klimakrise sind das bestimmende Thema der vergangenen Monate.

Die Grünen haben im vergangenen Jahr bereits von hohen Temperaturen und der Dürrewelle im Sommer profitiert. Durch die "Fridays for Future"-Proteste bleibt das Thema offenbar weiter aktuell – und bestimmt Wahlen in Deutschland.

Klima- und Umweltschutz waren den Wählern dieses Mal viel wichtiger als 2014:

Bild
Bild: screenshot: ard

Und die Grünen gelten als kompetenteste Partei bei diesem Thema:

Bild
Bild: ard

Und wer ist für junge Wähler so gar nicht attraktiv?

Genau.

Bild

Laut einer Nachwahlbefragung sähe Deutschland drastisch anders aus, würden nur die Stimmen der Erstwähler gelten. Die Grünen wären dann stärkste Kraft. Vor der Union. Und der "Partei" (!). Auf den hinteren Rängen: der Rest der deutschen Parteienlandschaft wie FDP und SPD.

(ll)

Warum gehst du zur Europawahl?
Video: watson
Nach Cannabis-Freigabe: Was der Drogenbeauftragte Blienert als Nächstes plant

Die Erleichterung, als im Bundesrat klar wurde, dass der Vermittlungsausschuss nicht angerufen werden wird, war bei vielen Menschen in Deutschland groß. Seit dem ersten April darf nun straffrei Cannabis konsumiert werden. Eine Trendwende in der Drogenpolitik. "Die Prohibition ist gescheitert", werden Gesundheitsminister Karl Lauterbach und sein Bundesdrogenbeauftragter Burkhard Blienert (beide SPD) nicht müde zu sagen.

Zur Story