Die CSU klebt am Thema Migration – und fällt in den Umfragewerten immer weiter

10.09.2018, 10:2710.09.2018, 13:32

Markus Söder hat es versucht, er wollte über Bayern reden. In den vergangenen Wochen und nach der Sommerpause hat der amtierende bayerische Ministerpräsident zahlreiche Wahlkampftermine wahrgenommen und nach Möglichkeit versucht, den Asylstreit zwischen CDU und CSU hinter sich zu lassen.

Die Zahlen zeigen es, und die eigenen Partei-Leute wissen es: Der Streit mit der Kanzlerin hat den Christsozialen in den Umfragewerten geschadet. Und man sollte ihn so schnell es geht vergessen, um Schlimmeres zu verhindern.  

Nun hat Horst Seehofer das Thema Migration aber schon wieder ausgepackt.

Und wieder reden alle über das eine Thema, dass so lästig an der CSU-Sohle von Markus Söder klebt wie Kaugummi. Und als wäre das nicht genug, fallen die Umfragewerte immer weiter – mittlerweile auf ein historisches Tief.

Die Augsburger Allgemeine und Spiegel Online haben eine Civey-Umfrage veröffentlicht, die die CSU bei unter 36 Prozent zeigt.

  • Die Christsozialen erreichten mit 35,8 Prozent zwei Prozentpunkte weniger als noch vor zwei Wochen.
  • Damit droht der CSU bei der Landtagswahl am 14. Oktober eine historische Schlappe – zuletzt hatte sie 1954 mit 38 Prozent weniger als 40 Prozent erreicht.
  • Zweitstärkste Kraft in Bayern sind der Umfrage zufolge die Grünen, die um 1,4 Prozentpunkte auf 16.5 Prozent zulegen konnten.
  • Die AfD legte um 0,2 Prozentpunkte auf 13,7 Prozent zu, die SPD käme mit einem ebenfalls nur leichten Plus von 0.3 Prozentpunkten aktuell auf 12,1 Prozent Zustimmung.
  • Es folgen die Freien Wähler mit unverändert 8,1 Prozent vor der FDP mit 5,8 Prozent Zustimmung, was einem Minus von 0,3 Prozentpunkten entspricht.

Da hilft es auch kaum, dass Seehofer und Söder ihre Partei am Montag zusammen zur Ruhe und Geschlossenheit aufgerufen haben. Nach einer CSU-Vorstandssitzung haben beide laut Teilnehmern betont, man wolle inhaltlich Kurs halten. "Wir stehen zusammen", sagte Seehofer demnach, Söder forderte "maximale Geschlossenheit".

Wenn die CSU es nicht schafft, diesen Trend zu stoppen, wird die Regierungsfindung schwierig. Die Grünen lassen Koalitionsbereitschaft durchblicken, aber nur wenn die Christsozialen beim Thema Asyl einer Radikalkur unterziehen. Sollten Seehofer und auch Söder diese Wahl überstehen, ist das nach momentanen Stand kaum zu erwarten.

(mbi/afp)

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