05.10.2022, Berlin: Christian Lindner (FDP), Bundesminister der Finanzen, spricht bei einem Pressestatement zur Grundsteuer nach der Kabinettssitzung vor dem Kanzleramt. Foto: Michael Kappeler/dpa +++ ...
Bundesfinanzminister Christian Lindner freut sich in den sozialen Medien über die Nachfolgeregelung für das Neun-Euro-Ticket.Bild: dpa / Michael Kappeler
Deutschland

Christian Lindner wirbt für 49-Euro-Ticket – Spott folgt prompt

14.10.2022, 11:57

Für Millionen Fahrgäste ist ein bundesweites 49-Euro-Monatsticket für Busse und Bahnen ab Anfang 2023 in Sicht. Die Verkehrsminister von Bund und Ländern verständigten sich bei einer Konferenz auf ein solches Nachfolgemodell für das beliebte 9-Euro-Ticket aus dem Sommer.

Allerdings gibt es einen großen Haken: Es steht noch unter dem Vorbehalt, dass sich Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten über die generelle Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs verständigen. Vorbereitungen für das neue Ticket mit angepeiltem Start am 1. Januar sollen schon anlaufen.

Einen freut der Vorstoß der Verkehrsminister:innen-Konferenz offensichtlich besonders. Und das, obwohl er noch im Sommer gegen die Nachfolge eines 9-Euro-Tickets war. Die Rede ist von Finanzminister Christian Lindner. Damals sprach er von einer "Gratismentalität".

Schon Ende August, hat der FDP-Minister erklärt, Verkehrsminister Volker Wissing habe ihn überzeugt. Für den Hashtag #Wissingwirkt gab es bereits damals Kritik.

Nun bewirbt Lindner das 49-Euro-Ticket im Meme-Style – Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten.

Der Bundessprecher der Grünen Jugend, Timon Dzienus, schreibt auf Twitter: "Das Nachfolgeticket gibt es nicht wegen, sondern trotz Christian Lindner." Es sei peinlich, dass sich der Finanzminister dafür feiere.

In den Kommentaren hat der User BanuReborn eine bearbeitete Version des Ursprung-Memes hinterlassen. Darauf zu lesen: "Ihr wolltet ein Nachfolgeticket, ich nicht. Aber ich musste mich geschlagen geben, also: Ihr bekommt ein Nachfolgeticket."

Und der User Roter Panda hat einen Abgesang auf die Meme-Kultur angestimmt, da diese nun "offiziell tot" sei.

Freude über das 49-Euro-Ticket teilen aber auch Politiker:innen anderer Parteien mit dem Finanzminister. So schreibt zum Beispiel Grünen-Chefin Ricarda Lang auf Twitter:

"Das #49EuroTicket kommt. Für 49 Euro mit dem ÖPNV durchs ganze Land. Das hätten sich viele vor einem Jahr noch nicht vorstellen können. Und jetzt wird es Realität. So entlasten wir die Menschen finanziell und schützen das Klima."

Und die regierende SPD-Bürgermeisterin von Berlin, Franziska Giffey, kündigt an, dass in Berlin eine soziale Staffelung kommen wird: So soll Mobilität in der Hauptstadt nicht mehr als einen Euro am Tag kosten.

Nach Drama um Fechenheimer Wald: Wie eine Kommunalpolitikerin Frankfurt grüner machen will

"Es ist wie im Drama", sagt Katharina Knacker. Die Polizei macht ihre Arbeit, das Gericht hat dementsprechend geurteilt und die Aktivist:innen kämpfen für ihre Überzeugungen. Und irgendwo dazwischen ist Knacker. Die Mobilitätspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung von Frankfurt am Main (Hessen).

Zur Story