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Bild: screenshot zdf mediathek
Deutschland

ZDF-Reporter fragt AfD-Kandidaten nach rechter Gesinnung – die Antwort lässt tief blicken

27.08.2019, 12:48

Andreas Kalbitz ist nicht nur Spitzenkandidat der AfD in Brandenburg, er ist auch ein Mann, mit ganz besonderer Vergangenheit. Eine Nähe zu diversen rechtsradikalen Vereinigungen wird ihm nachgesagt.

Und genau darauf hat ihn ein ZDF-Reporter im "Morgenmagazin" angesprochen.

"Ist es nicht wahrscheinlich, dass jemand, der so viele Kontakte zu Rechtsextremen hatte, auch rechtsextrem ist?", will der "Moma"-Moderator wissen.

Kalbitz weicht aus, nennt die Fokussierung auf seine Vergangenheit "Wahlkampfgetöse". Dass man persönlich im Leben Entwicklungen durchlaufe, das nehme er auch für sich in Anspruch. Außerdem gehe es in Brandenburg in erster Linie um Landespolitik. "Bei uns sind die Personen nicht so wichtig wie die Inhalte", sagte der AfD-Landesvorsitzende. Auf die Frage des ZDF-Moderators geht Kalbitz nicht ein.

ZDF-Moderator hakt bei AfD-Politiker nach

"Sie stellen das immer so dar, als hätten Sie mal kurz im Yoga-Kurs reingeschnuppert", sagt der Moderator und zählt auf:

  • "Sie waren im Pfingstlager der Heimattreuen Deutschen Jugend, heute Verboten."
  • "Sie waren beim völkischen Witikobund aktiv, den stuft der Verfassungsschutz als rechtsextrem ein."
  • "Sie haben sich mehr als zwei Jahrzehnte im rechtsextremen Milieu bewegt."

Kalbitz ist nicht einverstanden, antwortet, dass das so nicht richtig sei. Was genau daran nicht richtig sei, sagt er nicht.

Er habe schließlich die meiste Zeit bei der CDU und der Jungen Union gewirkt. "Auch bei den Republikanern", wirft der Moderator ein. Auch darauf will sich Kalbitz nicht reduzieren lassen. Er sagt, er habe zwölf Jahre bei der Bundeswehr gedient und einen Eid auf die Verfassung geschworen.

Dann aber sagt Kalbitz doch noch einen Satz, der aufhorchen lässt:

Er gibt dem Moderator recht und rechtsextreme Verbindungen in der Vergangenheit damit zu.

"Es gibt keine rechtsextreme Biografie. Man kann sagen, es gibt Bezüge, da haben Sie recht. Aber das ist eben Teil einer Entwicklung."
Kalbitz im "Moma"

Welche Entwicklung das genau sein soll, verrät Kalbitz nicht. Und welche weiteren Entwicklungsschritte der AfD-Flügelmann in Zukunft gehen wird, auch das bleibt abzuwarten.

Klar ist: Allein die Wähler werden am Sonntag entscheiden, aus welcher Funktion und Position heraus sich Kalbitz künftig wird entwickeln dürfen.

(ts)

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Als Angela Merkel zur Bundeskanzlerin von Deutschland gewählt wurde, war ich zwölf Jahre alt. Als sie aus dem Amt entlassen wurde, war ich 28 Jahre alt. Aufwachsen mit einer Kanzlerin. Was vorher war, hab ich, wie viele meiner Generation, kaum aktiv mitbekommen. DDR, Mauerfall, Wiedervereinigung, Euro-Einführung, Hartz-Reformen: Für uns sind all das Dinge aus dem Geschichtsunterricht, aus Dokumentarfilmen, aus Erzählungen unserer Eltern, aus bunten Kindheitserinnerungen.

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