Alice Schwarzer und Grünen-Politiker Anton Hofreiter liefern sich bei "Bild" einen Schlagabtausch.
Alice Schwarzer und Grünen-Politiker Anton Hofreiter liefern sich bei "Bild" einen Schlagabtausch.Bild: screenshot / Bild tv

Nach offenem Brief: Grünen-Politiker rechnet live mit Alice Schwarzer ab

02.05.2022, 11:57

Wochenlang wurde über schwere Waffen für die Ukraine diskutiert, doch nun hat Bundeskanzler Olaf Scholz grünes Licht für die Lieferungen gegeben. Mit Kampfpanzern, Granatwerfern und anderer Militärausrüstung, möchte die deutsche Regierung den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine möglichst schnell beenden.

Diese Maßnahme scheint nicht allen zu gefallen: Gemeinsam mit 28 weiteren Prominenten, darunter auch Schauspieler Lars Eidinger und Schriftstellerin Juli Zeh, wandte sich die feministische Aktivistin Alice Schwarzer in einem offenen Brief an den Bundeskanzler. In diesem warnten die Aktivisten vor einem dritten Weltkrieg und kritisierten, dass die Waffenlieferungen den Krieg nur weiter in die Länge ziehen würden.

Seit der Veröffentlichung in dem feministischen Magazin "Emma", hat der offene Brief für einiges an Kritik gesorgt. Im "Bild"-Talk rechnete nun auch Anton Hofreiter mit Alice Schwarzer ab und warf ihr unter anderem vor, russische Propaganda zu verbreiten.

Alice Schwarzer und Anton Hofreiter im Streitgespräch

In der "Bild"-Sendung "Die richtigen Fragen", saßen sich Frauenrechtlerin Alice Schwarzer und der Grünen-Politiker Anton Hofreiter am Sonntagabend per Videoschalte gegenüber. Im Streitgespräch wies Schwarzer die Kritik an ihrem offenen Brief zurück und betonte, dass Deutschland mit den Waffenlieferungen "eine Eskalation zum Atomkrieg" riskieren würde. Hofreiter argumentierte hingegen, dass es nur durch die Unterstützung der Verteidigung der Ukraine endlich zu Kompromissen kommen könnte.

"Das was Sie vorschlagen ist, dass wir – so wie Putin es angekündigt hat – die Deukrainisierung der Ukraine hinnehmen."

"Ihr Vorschlag ist: Wir liefern jetzt nichts mehr an die Ukraine, die Ukraine wird erobert, noch mehr Frauen werden vergewaltigt, noch mehr Zivilisten werden ermordet, noch mehr Leute landen im Gefängnis", kritisierte er Schwarzer. "Das was Sie vorschlagen ist, dass wir – so wie Putin es angekündigt hat – die Deukrainisierung der Ukraine hinnehmen." Damit ist die vollständige Kapitulation, die Zerstörung der Kultur, der Sprache und die vollständige Selbstaufgabe des ukrainischen Staates gemeint.

Vorwurf der "russischen Propaganda"

"Es ist langsam an der Zeit, dass wir unsere Überheblichkeit, unsere Arroganz ablegen und anfangen, den Menschen, die direkt betroffen sind, zu glauben", wütete der Chef des Europa-Ausschusses weiter, woraufhin Schwarzer empört zurückschoss: "Es geht nicht an, dass Sie sich als Anwalt aller Opfer gerieren!"

Im "BILD"-Talk verschärften sich die Fronten zwischen Schwarzer und Hofreiter.
Im "BILD"-Talk verschärften sich die Fronten zwischen Schwarzer und Hofreiter.bild: screenshot/ bild.de

Nachdem Schwarzer ihren Gesprächspartner belehrt hatte, dass "in Wahrheit wird zwischen Russland und Amerika verhandelt", platze Hofreiter endgültig der Kragen. "Was Sie jetzt von sich geben, ist eins zu eins russische Propaganda", wütete er.

Nach Angriff auf Hofreiter: "Das ist mehr als dreist"

Die Frage, was sie Vergewaltigungsopfern russischer Soldaten sagen würde, sah Schwarzer als Chance, um weiter gegen ihren Gesprächspartner zu schießen: "Da sehen Sie mich an vorderster Front. Ich bin ja dafür, dass es aufhört und dass es nicht unnötig weitergeht. Das ist der Unterschied zwischen uns, Herr Hofreiter."

"Ich bin ja dafür, dass es aufhört und dass es nicht unnötig weiter geht. Das ist der Unterschied zwischen uns, Herr Hofreiter."

Diesen Angriff ließ der Grünen-Politiker nicht auf sich sitzen. "Das ist jetzt schon ehrlich gesagt dreist", empörte er sich fassungslos. "Zu behaupten, dass Sie dafür sind, dass es aufhört und nicht weitergeht und dass ich da dagegen wäre. Das ist mehr als dreist."

Hofreiter plädiert für bessere Kommunikation mit Betroffenen

Abschließend ging Hofreiter erneut direkt auf Schwarzers offenen Brief ein und stellte fest, dass dieser der Beweis dafür sei "dass wir viel zu wenig mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa sprechen und dass wir viel zu wenig auf die Stimmen der direkten Betroffenen und auf die Stimmen der direkten Opfer hören."

In ihrem Brief hatte die Frauenrechtlerin unter anderem davor gewarnt, dass "die unter Druck stattfindende eskalierende Aufrüstung [...] der Beginn einer weltweiten Rüstungsspirale mit katastrophalen Konsequenzen sein" könnte – "nicht zuletzt auch für die globale Gesundheit und den Klimawandel."

(fw)

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