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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich auf Twitter zur Omikron-Welle geäußert – mit einer unglücklichen Formulierung.Bild: www.imago-images.de / M. Popow
Deutschland

"Vertretbare Bilanz an Sterbefällen": Karl Lauterbach erlebt Shitstorm bei Twitter

07.02.2022, 11:2007.02.2022, 15:07

Im Netz hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit einem Tweet viele Menschen verärgert. Auf Twitter hatte der SPD-Politiker im Zusammenhang mit der aktuellen Omikron-Welle von einer "vertretbaren Bilanz an Sterbefällen" gesprochen. Diese Formulierung trendete daraufhin auf Twitter, Lauterbach hat den entsprechenden Tweet mittlerweile gelöscht.

Lauterbach kommentiert Grafik

Am Sonntagabend hatte Karl Lauterbach einen Artikel der britischen Zeitung "The Telegraph" gepostet, in dem es um die steigenden Sterberaten in Israel geht. Israel gilt international als Vorbild, was die Impfkampagne angeht. Ein Großteil der Bevölkerung ist geboostert, viele Menschen sind bereits zum vierten Mal geimpft. Trotzdem steigen die Zahlen der Corona-Todesfälle in den letzten Wochen an. Den Artikel kommentierte Lauterbach mit:

"Die neuen Daten aus Israel zeigen eine hohe Omikron-Sterblichkeit, die darauf zurückgeht, dass zu viele Ältere ungeimpft sind. Bisher konnten wir in Deutschland solche Sterberaten verhindern, weil ältere Ungeimpfte durch unsere Maßnahmen geschützt wurden."
Karl Lauterbach bei Twitter

Der Infektionsimmunologe und Impfstoffforscher Leif Erik Sander, der an der Berliner Charité-Klinik tätig ist, kommentierte Lauterbachs Post. Er postete eine Grafik, auf der die Belegung der Intensivstationen nach Altersgruppen aufgeschlüsselt dargestellt wird. Dazu schrieb er:

"Genau diesen Aspekt gilt es zu beachten. Die Omikron-Welle betrifft bisher vornehmlich jüngere & geimpfte Bevölkerungsgruppen, sobald Ältere (& Ungeimpfte) stärker einbezogen werden, kann die Krankheitslast deutlich steigen. Erste Anzeichen sieht man bei der ITS-Belegung."
Leif Erik Sander bei Twitter

Auf diesen Tweet von Leif Erik Sander reagierte Karl Lauterbach mit folgender Antwort:

"So ist es leider. Würden wir jetzt massiv öffnen, ließe sich die vertretbare Bilanz an Sterbefällen nicht halten."
Karl Lauterbach auf Twitter

An dieser Formulierung des Gesundheitsministers störten sich viele Twitter-Nutzer. Während Karl Lauterbach dafür plädierte, die bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen beizubehalten, um die Sterbezahlen auf dem Niveau zu halten, auf dem sie sich momentan befinden, kritisierten Twitter-Nutzer, jedwede Bilanz von Sterbefällen als "vertretbar" zu bezeichnen.

Unglückliche Formulierung

Während viele Twitter-User Karl Lauterbach seinen Satz übel nehmen, weisen ein paar Nutzer auch darauf hin, dass es sich dabei wahrscheinlich eher um eine unsensible Formulierung handelt.

(si)

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