Bund und Länder haben noch auf die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Neuregelung der Isolationspflicht gewartet. Im Bild: RKI-Präsident Lothar Wieler.
Bund und Länder haben noch auf die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Neuregelung der Isolationspflicht gewartet. Im Bild: RKI-Präsident Lothar Wieler. Bild: dpa / Carsten Koall

RKI empfiehlt Verkürzung der Corona-Isolation auf fünf Tage

03.05.2022, 08:53

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine Verkürzung der vorgeschriebenen Isolation bei einer Corona-Erkrankung auf fünf Tage empfohlen. Das RKI veröffentlichte in der Nacht zum Dienstag neue Leitlinien, wonach ein Freitesten an Tag fünf der Isolation zwar "dringend" empfohlen, aber nicht mehr vorgeschrieben ist. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich bereits vergangene Woche auf eine Neuregelung der Isolationsanordnung verständigt, wollten aber die RKI-Empfehlung abwarten.

Bislang hatten sich Corona-Infizierte in der Regel für sieben Tage isolieren und anschließend negativ testen müssen. Unter anderem Bayern und Sachsen hatten die bisherige verpflichtende Isolation von Infizierten bereits von zehn Tagen auf fünf Tage reduziert, wenn die Betreffenden 48 Stunden keine Symptome haben.

In den meisten Ländern gilt bislang nach wie vor die Regelung, dass die Isolation für Corona-Infizierte nach sieben Tagen durch Freitesten beendet werden kann. Ansonsten endet die Isolation nach zehn Tagen. Die RKI-Richtlinie könnte nun die Grundlage für eine von Ärzten geforderte erneute bundesweite Vereinheitlichung der Regeln bilden.

Inzidenz 632,2 – Tendenz weiter sinkend

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 632,2 an. (Vortag 639,5; Vormonat: 1457,9). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionsentwicklung, auch weil die offiziellen Meldedaten vom Testverhalten der Bevölkerung abhängen.

Das RKI analysiert deshalb regelmäßig – aber nicht tagesaktuell – weitere Parameter. So gingen die Experten in ihrem am Donnerstag erschienenen Wochenbericht unter anderem davon aus, dass die Kennzahlen zu Krankenhauseinweisungen weiter abgenommen haben.

Nach "Null-Meldung" am Montag: 240 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 113.522 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages, wie aus den Zahlen von Dienstagmorgen hervorgeht, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben. Zwischen den einzelnen Wochentagen schwanken die Werte deutlich, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 240 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 304 Todesfälle gewesen. Auch diese Zahl schwankt sehr von Tag zu Tag, da dem RKI am Wochenende nur wenige Daten dazu gemeldet werden. Am Montag wurden deutschlandweit gar keine Covid-19-Todesfälle an die Gesundheitsämter übermittelt.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 24.927.339 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

(nik/afp)

"Versorgungslage nicht ausreichend" – Corona-Expertenrat fordert mehr Hilfe für Long-Covid-Betroffene

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung dringt auf mehr Hilfen für Menschen mit Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Einige Kliniken böten zwar inzwischen Long- und Post-Covid-Ambulanzen oder Rehabilitationsprogramme an, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme des Gremiums. Angesichts der steigenden Zahl von Patientinnen und Patienten sei "das derzeitige Versorgungsangebot jedoch bei Weitem nicht ausreichend".

Zur Story