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Deutschland

Schülerstreiks auch heute  – und fast alle fordern (maximal unterschiedliche) Konsequenzen

Für viele Deutsche sind die aktuellen Schulstreiks kein Grund, um Schüler für die Fehlzeiten anzuprangern. AfD-Anhänger wollen das Demonstrieren für den Klimaschutz im Zeugnis mehrheitlich bestrafen. 
25.01.2019, 10:4425.01.2019, 11:17

Unter dem Motto #FridaysForFuture streiken derzeit junge Menschen auf der ganzen Welt freitags während der Schulzeit für Klimaschutz. Inspiriert werden die Jugendlichen von der  schwedischen Aktivistin Greta Thunberg

Auch diesen Freitag werden wieder hunderte Schüler von Berlin bis Brüssel für Klimaschutz auf die Straße gehen. Weil die Schulstreiks aber bisher während der Schulzeit stattfanden, forderten unter anderem die CDU-Nachwuchs-Verbände, die Fehlzeiten ins Zeugnis einzutragen. 

Doch wie sieht es die Gesamtbevölkerung? 

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online.de wollen 47 Prozent keinen Zeugnisvermerk für Schulschwänzer. Nur 26,1 Prozent der Befragten finden, dass die Teilnahme mit einem negativen Hinweis Platz im Zeugnis finden soll. Knapp 22,6 Prozent der Befragten sehen das komplett gegenteilig – und wünschen sich sogar einen positiven Vermerk.

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Bei den Anhängern der Partei zeigen sich deutliche Unterschiede: 59,7 Prozent der AfD-Unterstützer fordern einen negativen Zeugnisvermerk – Spitzenwert. Bei der Union sahen das 34,7 Prozent, bei der FDP 39,9 Prozent der Befragten genauso.

Anhänger des linken Spektrums sind demnach eher dafür, dass über Fehlzeiten für Demonstrationen positiv auf dem Zeugnis berichtet wird: 41 Prozent der Linken-Unterstützer, 34 Prozent der Grünen-Anhänger und 32 Prozent der SPD-Unterstützer sind dafür.

Bereits am vorherigen Freitag beteiligten sich laut Fridays for Future mehr als 25.000 Schüler in Deutschland an Streiks für den Klimaschutz. Inzwischen gibt es hundert Ortsgruppen. Zur Sitzung der Kohlekommission am Freitag in Berlin wollen Jugendliche erneut die Schule schwänzen und für Klimaschutz auf die Straße gehen.

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Nach Angaben des Aktionsnetzwerks Fridays for Future werden dazu tausende Schüler und andere junge Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet. 

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