Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat am Donnerstag seine Haftbedingungen angeprangert,
Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat am Donnerstag seine Haftbedingungen angeprangert,
Bild: Babuskinsky District Court/AP / Uncredited

Nawalny-Anwältin sieht das Leben des Oppositionellen in Gefahr

25.03.2021, 15:5526.03.2021, 06:27

Schlafentzug, große Schmerzen und unzureichende Behandlung: Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat am Donnerstag seine Haftbedingungen angeprangert und den Gefängniswärtern Folter vorgeworfen. Seine Mitarbeiter sehen das Leben des 44-Jährigen in Gefahr. Nawalny habe "starke Schmerzen" im Rücken und im rechten Bein, sagte seine Anwältin Olga Michailowa. "Alle fürchten um sein Leben und seine Gesundheit."

Er werde "durch Schlafentzug gefoltert", erklärte Nawalny in einer offiziellen Beschwerde, die auf seiner Website veröffentlicht wurde. Nachts werde er achtmal von den Wärtern geweckt, die ihn permanent filmten.

In einem zweiten Brief an die Strafvollzugsbehörde verlangte er eine gründliche Behandlung wegen seiner Schmerzen im Rücken und im rechten Bein. Dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtere sei die "direkte Konsequenz des Handelns und der Untätigkeit" der Mitarbeiter im Strafvollzug, erklärte Nawalny.

Anwältin: Nawalny kann rechtes Bein nicht benutzen

Nawalny befindet sich derzeit in einem Straflager östlich von Moskau, nachdem er in einem viel kritisierten Verfahren im Februar zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Seine Anwältin, die ihn am Donnerstag in dem Straflager besuchte, zeigte sich äußerst besorgt.

Nawalnys Zustand sei "extrem problematisch". Sein Bein sei in einem "schrecklichen Zustand", sagte Michailowa. Nawalny habe bereits seit vier Wochen Schmerzen. Er verliere das Gefühl im Schienbein und könne sein rechtes Bein nicht benutzen. Nawalny habe sich am Mittwoch einer Kernspintomografie in einem Krankenhaus außerhalb des Straflagers unterzogen, sagte Michailowa. Die Ärzte hielten die Diagnose aber zurück. Sie verlangte, dass Nawalny freigelassen und zur Behandlung nach Moskau gebracht wird.

(hau/afp)

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