Über die Bedeutung gesellschaftlicher Protestbewegungen sagt Historiker Stefan Garsztecki Folgendes

25.11.2021, 11:53
"Eine richtige Sowjetisierung hat nur in Teilen stattgefunden. Die Landwirtschaft blieb zum Beispiel in privater Hand nach 1956 in weiten Teilen. Den "Homo Sowjeticus", hat es nur als Ausnahme gegeben. Sowohl der Katholizismus, als auch das historische Bewusstsein und die westlichen Traditionen Polens – das Land ist vor über tausend Jahren vom Westen her christianisiert worden und seit Jahrhunderten ein Land des Westens – all das hat dafür gesorgt, dass man sich weiter dem Westen zugehörig fühlte. Und verschiedene Arbeiter- und Studentenproteste haben das bestärkt. Und natürlich die Gewerkschaft Solidarność mit zehn Millionen Mitgliedern."
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Migrationsexperte Knaus: "Was an der Grenze zu Belarus passiert, ist für die EU eine der dunkelsten Episoden in der Geschichte ihres Grenzregimes"
Eiskalte Temperaturen. Frierende, hungernde Kinder im Wald. Schüsse von Soldaten – zur Abschreckung. Tränengas. Die Bilder, die Zustände an der polnischen Grenze zu Belarus sind brutal. Wie können wir diese Krise lösen? Ein Gespräch mit dem Migrationsforscher Gerald Knaus.

Die Lage an der Grenze zu Belarus scheint sich nicht mehr normalisieren zu wollen. Geflüchtete versuchen alles, um ihrer dramatischen Situation zu entkommen – sie wollen die Grenzzäune überqueren, versuchen sogar, sie zu zerstören, um in die EU einreisen zu können. Doch Polen wehrt sich mit Wasserwerfern und Tränengas.

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