In der chinesischen 11-Millionen-Stadt Wuhan brach das Coronavirus aus. Die Straßen sind seitdem fast menschenleer.
In der chinesischen 11-Millionen-Stadt Wuhan brach das Coronavirus aus. Die Straßen sind seitdem fast menschenleer.
Bild: imago images / Xinhua

Coronavirus: Wuhan gleicht einer Geisterstadt – Drohne liefert unheimliche Bilder

30.01.2020, 17:4704.02.2020, 15:47

Weltweit ist die Zahl der bekannten Erkrankungen durch das Coronavirus inzwischen auf mehr als 4500 gestiegen. Auch in Deutschland wurde eine erste Infektion festgestellt. In China sind bereits mehr als 100 Menschen gestorben. Die Stadt Wuhan in der Provinz Hubei ist der Ursprungsort der Lungenkrankheit.

Jetzt lieferte eine Drohne unheimliche Bilder aus dem Epizentrum der Pandemie:

Die Nachrichtenagentur AFP veröffentlichte diese Bilder aus der Millionen-Metropole Wuhan. Eine Drohne überflog die beinah menschenleeren Straßen. Der erste Eindruck: Wuhan gleicht einer Geisterstadt! Kein Auto fährt, kaum Menschen sind zu sehen – und das trotz aller Hochhäuser, die dort zu sehen sind.

Diese Bilder sind das Ergebnis drastischer Maßnahmen, die China in den vergangenen Tagen ergreifen musste: In der Provinz Hubei wurden 45 Millionen Menschen in mehr als einem Dutzend Städten weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Flüge sowie Fern- und Nahverkehr wurden gestoppt. Auch andere Regionen haben den Überlandverkehr von Bussen und einige Zugverbindungen gestrichen. Die Regierung verlängerte zudem die Ferien über das laufende Neujahrsfest hinaus.

Journalist wagt sich in die "Geisterstadt"

Der britische Journalist und China-Korrespondent Stephen McDonell wagte sich bereits am Sonntag nach Wuhan. Das trübe Licht, der grau verhangene Himmel, die maskierten Menschen in ihren Schutzanzügen – das alles erweckt den Eindruck einer bevorstehenden Apokalypse.

Dem versuchen Chinas Behörden entgegenzuwirken: Zur Behandlung der Lungenkranken wurden inzwischen fast 6000 Ärzte und Pfleger aus dem ganzen Land in die Provinz Hubei entsandt.

Am Flughafen von Lanzhou wird kurz vor dem Abflug die Temperatur der medizinischen Helfer gemessen.
Am Flughafen von Lanzhou wird kurz vor dem Abflug die Temperatur der medizinischen Helfer gemessen.
Bild: imago images / Xinhua
In Changyuan prüft ein Inspekteur die Qualität von Gesichtsmasken, bevor diese ins Krisengebiet geliefert werden.
In Changyuan prüft ein Inspekteur die Qualität von Gesichtsmasken, bevor diese ins Krisengebiet geliefert werden.
Bild: imago images / Xinhua
Am Flughafen von Peking verabschiedet sich diese Frau von ihrem Mann. Auch er muss zum Einsatz in die Provinz Hubei.
Am Flughafen von Peking verabschiedet sich diese Frau von ihrem Mann. Auch er muss zum Einsatz in die Provinz Hubei.
Bild: imago images / Xinhua
Mitglieder eines Ärzteteams im südchinesischen Nanning kurz vor ihrer Abreise.
Mitglieder eines Ärzteteams im südchinesischen Nanning kurz vor ihrer Abreise.
Bild: imago images / Xinhua

Mehr als 2700 Infektionen sind in der 58 Millionen Einwohner zählenden Provinz Hubei bestätigt, deren Hauptstadt Wuhan ist.

MItarbeiter des Union Hospitals in Wuhan in der Abteilung für Infektionskrankheiten.
MItarbeiter des Union Hospitals in Wuhan in der Abteilung für Infektionskrankheiten.
Bild: imago images / Xinhua
Bild: www.imago-images.de

Medizinische Hilfsgüter werden am Flughafen Wuhan entladen. Insgesamt drei dieser Fracht-Maschinen lieferten am Dienstag 60 Tonnen Material: Darunter Gesichtsmasken, medizinische Mützen, Latexhandschuhe, Schutzkleidung und Desinfektionsmittel.

Die Piloten der Frachtflugzeuge müssen Schutzkeidung tragen.
Die Piloten der Frachtflugzeuge müssen Schutzkeidung tragen.
Bild: imago images / Xinhua
Eine Bewohnerin Wuhans deckt sich vor einer Apotheke mit Medikamenten ein.
Eine Bewohnerin Wuhans deckt sich vor einer Apotheke mit Medikamenten ein.
Bild: imago images / Xinhua
Verlassene Uferpromenade in Wuhan.
Verlassene Uferpromenade in Wuhan.
Bild: www.imago-images.de

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in chinesische Provinz Hubei

Die Bundesregierung warnt seit Dienstag vor Reisen in die zentralchinesische Provinz Hubei. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von Reisen in die Region um die Millionenstadt Wuhan abgeraten. Jetzt heißt es auf der Internetseite des Ministeriums: "Vor Reisen in die Provinz Hubei wird gewarnt."

An anderer Stelle heißt es aber trotzdem weiterhin: "Das Risiko für deutsche Reisende in Wuhan wird als moderat eingeschätzt."

Nach Angaben des Auswärtigen Amts befinden sich in der Region 90 Deutsche und Angehörige. Derzeit wird eine Evakuierungsaktion für sie geprüft.

(lj/afp)

Brände am Mittelmeer wüten weiter – Touristenorte evakuiert

Die Feuerwehrleute in zahlreichen Touristenorten am Mittelmeer kommen nicht zur Ruhe: Am Sonntag wüteten weiterhin hunderte verheerende Waldbrände. In der Südtürkei wurden erneut dutzende Hotels und Dörfer evakuiert. Italien meldete über 800 Brände, darunter allein 250 auf Sizilien. Auf dem griechischen Peloponnes mussten ebenfalls Einwohner und Touristen in Sicherheit gebracht werden. Derweil meldeten die Einsatzkräfte einen neuen Brand auf der Insel Rhodos.

Besonders heftig ist die Situation in …

Artikel lesen
Link zum Artikel