Ischgl ist vor allem bei Skifahrern beliebt.
Ischgl ist vor allem bei Skifahrern beliebt. Bild: picture alliance / JAKOB GRUBER / JAKOB GRUBER
International

Tirol weist Medien-Kritik an Krisenmanagement wegen Corona zurück

17.03.2020, 09:1117.03.2020, 14:47

Die Gesundheitsbehörden in Tirol haben Berichte vehement zurückgewiesen, sie hätten im Fall der folgenreichen Erkrankung eines Barkeepers in Ischgl an der Lungenkrankheit Covid-19 zu spät und halbherzig gehandelt.

"Das Gegenteil ist richtig. Wir haben immer genau zu dem Zeitpunkt, wo gesicherte Informationen vorlagen, Schritte gesetzt"
Sprecher der Landesregierung

Nur durch die vorsorgliche Eigeninitiative der Behörden sei es überhaupt gelungen, die Bar, in der der 36-jährige Deutsche gearbeitet habe, als möglichen Verbreitungsort zu identifizieren. In Medienberichten war die Rede davon, dass Informationen aus Island über nach ihrer Heimkehr positiv getestete Touristen aus Ischgl verhängnisvoll lange ignoriert worden seien.

Wurde sofort gehandelt

In der Stellungnahme des Tiroler Gesundheitsministers Bernhard Tilg vom Montag heißt es, dass am 6. März, als konkrete Informationen über die 15 Namen der isländischen Gäste und ihrer Unterkunftsadressen in Ischgl vorlagen, sofort alle Mitarbeiter der betreffenden Hotels – mit jeweils negativen Ergebnis – getestet worden seien.

Als Vorsichtsmaßnahme seien dann Abklärungen auch im erweiterten Umfeld erfolgt, bei der der 36-Jährige positiv getestet worden sei. Daraufhin sei am 9. März die Bar geschlossen worden und wenig später auch alle anderen Ski-Bars in dem gerade auch bei Skandinaviern beliebten Skiort. Am 13. März seien Ischgl sowie das gesamte Paznauntal zur Sperrzone erklärt sowie die Wintersaison vorzeitig beendet worden. "Damit konnte verhindert werden, dass im Zuge des Urlauberschichtwechsels 150.000 neue Gäste nach Tirol reisen", so die Behörden.

Viele Fälle von Infektionen in Skandinavien, neben Island auch noch in Norwegen und Dänemark, werden auf Urlauber zurückgeführt, die in Österreich waren. Das gilt auch für diverse Touristengruppen aus Deutschland.

(dpa/lin)

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