Bild: Michael Sohn/AP

Ex-VW-Chef Martin Winterkorn wegen Verschwörung in den USA angeklagt

04.05.2018, 06:18

Die US-Justiz klagt den früheren VW -Konzernchef Martin Winterkorn wegen Betrugs und Mittäterschaft im Abgasskandal an. Das geht aus einer erweiterten Anklageschrift hervor, die am Donnerstag vom zuständigen Gericht in Detroit (US-Bundesstaat Michigan) veröffentlicht wurde.

  • Die US-Behörden vermuten Winterkorn laut allerdings Justizkreisen in Deutschland, von wo ihm vorerst keine Auslieferung drohen dürfte.
"Wer versucht, die Vereinigten Staaten zu betrügen, wird einen hohen Preis bezahlen."
US-Justizminister Jeff Sessions

Abgasmanipulationen bei Volkswagen

Worum geht es in dem Skandal?
Der Top-Manager Winterkorn war im September 2015 von seinem Amt bei Volkswagen zurückgetreten, kurz nachdem US-Behörden Abgasmanipulationen von zahlreichen Dieselautos bei VW aufgedeckt hatten. VW hatte nur mit einer "Defeat Device" genannten Manipulations-Software die Schadstoff-Grenzwerte eingehalten. In den USA waren rund 600.000 Fahrzeuge betroffen, weltweit etwa 11 Millionen. Winterkorn hatte trotz seines Rücktritts betont, sich keines Fehlverhaltens bewusst zu sein. Die US-Ermittler gehen davon aus, dass Winterkorn im Mai 2014 und Juli 2015 über die Abgasmanipulation informiert wurde und dann mit anderen Führungskräften entschieden habe, die illegal Praxis fortzusetzen. 

Winterkorn wird Betrug vorgeworfen, er soll außerdem Teil einer Verschwörung zum Verstoß gegen US-Umweltgesetze und zur Täuschung der US-Behörden gewesen sein. Insgesamt ist er in vier Punkten angeklagt.

Dem 70-Jährigen drohen einem Gerichtssprecher zufolge im Fall einer Verurteilung bis zu 25 Jahre Haft und und eine Geldstrafe von bis zu 275.000 Dollar. Dabei handele es sich jedoch um das Maximum laut Strafgesetzbuch. Winterkorn sei nicht in Haft, so der Sprecher.

Volkswagen betonte in einem Statement seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den US-Behörden. Man kooperiere weiterhin vollumfänglich mit dem US-Justizministerium, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Allerdings sei es nicht angemessen, zu individuellen Verfahren Stellung zu nehmen.

Der Diesel-Skandal in den USA

VW musste wegen des Skandals in den USA Entschädigungen und Strafen zahlen, die sich mittlerweile auf mehr als 22 Milliarden Dollar summieren. Durch die Affäre wurde auch das Image des Diesel schwer beschädigt.

Diese Krise hält bis heute an. Die US-Justizbehörden hatten zuvor bereits Strafanzeigen gegen acht amtierende und frühere Mitarbeiter des VW-Konzerns gestellt. Zwei von ihnen wurden bereits zu mehrjährigen Haftstrafen und hohen Geldbußen verurteilt.

(pb/dpa)

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