Francisco Galicia auf dem Weg in die Freiheit.
Francisco Galicia auf dem Weg in die Freiheit.
Bild: Kin Man Hui/The San Antonio Express-News via AP

Trotz Ausweis: US-Amerikaner wurde 3 Wochen von Trumps Grenzpolizei festgehalten

24.07.2019, 06:0824.07.2019, 10:43

Francisco Galicia ist endlich frei. Nach drei Wochen durfte der 18-jährige US-Amerikaner am Dienstag ein Migrantenlager im US-Bundesstaat Texas verlassen. Das Ende einer bizarren Odyssee.

  • Galicia war Ende Juni von den Beamten der Grenzschutzbehörde auf dem Weg zu einem Fußballspiel in den USA gestoppt worden. Galicia, der im amerikanischen Dallas geboren ist, zeigte ihnen seinen Ausweis und auch seine Geburtsurkunde. ("Dallas News")
  • Die Grenzschutzbeamten glaubten Galicia dennoch nicht, sie nahmen den Teenager mit. Der 18-Jährige wurde zunächst für drei Wochen in einem Gefängnis der Grenzschutzpolizei untergebracht, später kam er in ein Migrantenlager.
  • Dort werden in diesen Tagen tausende Migranten nach ihren illegalen Grenzübertritten aus Mexiko in die Vereinigten Staaten festgehalten.
  • Seit Beginn seiner Amtszeit hat US-Präsident Donald Trump die Einwanderungspolitik seines Landes verschärft: Trump hat an der Grenze zu Mexiko einen Nationalen Notstand ausgerufen und will dort eine Mauer bauen.

Mittendrin in Trumps Einwanderungspolitik: der junge Francisco Galicia. Den wiederholten Aufforderungsversuchen des Anwalts seiner Familie, den US-Staatsbürger freizulassen, kamen die Behörden nämlich zunächst nicht nach. Sie stützten sich auf ein Dokument, das etwas Merkwürdiges über Galicias Herkunft aussagte.

Behörden hatten Zweifel – und hielten den 18-Jährigen fest

Galicias Mutter hatte nämlich vor mehreren Jahren ein US-Touristenvisum für ihren damals noch minderjährigen Sohn beantragt, damit dieser seine Verwandten in Mexiko besuchen könne. Daher vermuteten die Beamten, dass Galicia ein mexikanischer Staatsbürger sei – Galicias Personalausweis und Geburtsurkunde, die ihn beide eindeutig als US-Amerikaner ausweisen, überzeugten die Prüfer nicht.

Weil Mutter und Sohn verschiedene Nachnamen tragen, war es ihr damals, so berichtet die Frau heute, nicht möglich, einen normalen Reisepass für ihr Kind zu besorgen. Das Touristenvisum erschien ihr als einfachste Lösung. (Associated Press)

Bild: Carlos Jasso/reuters

Der junge Mann wurde eingesperrt. Internierungslager sind in den USA hochumstritten: Nach der Inspektion fünf solcher Einrichtungen warnte das Heimatschutzministerium Anfang Juli, die Lager seien gefährlich überfüllt. Erwachsene und Kinder würden häufig zu lange festgehalten. Auch Galicia wurde nicht – wie gesetzlich vorgeschrieben – für maximal 72 Stunden, sondern für drei Wochen in einem Grenzschutzlager festgehalten.

Die Experten sprechen von alarmierenden hygienischen Zuständen. Trump sieht das alles anders, und sagte Anfang Juli über die umstrittenen Einrichtungen: "Viele von ihnen – nicht alle, aber viele von ihnen –, sie sind unglaublich, sie werden wirklich gut betrieben."

Wurde Galicia Opfer von "Racial Profiling"?

Galicias Anwältin ist sicher, dass ihr Mandant Opfer von "Racial Profiling" geworden sei. Normalerweise schauen die Grenzpolizisten bei ihren Autokontrollen nur kurz ins Auto hinein – dass Galicia an dem Inlandskontrollpunkt in der US-Stadt Edinburgh Ende Juni überhaupt seinen Personalausweis und seine Geburtsurkunde vorweisen musste, gilt ebenfalls als unüblich.

Galicia wurde von seiner Anwältin Claudia Galan in Empfang genommen.
Galicia wurde von seiner Anwältin Claudia Galan in Empfang genommen.
Bild: Kin Man Hui/The San Antonio Express-News via AP

Am Dienstag, ein Tag nach der ersten Berichterstattung einer Lokalzeitung über den Fall, kam Francisco Galicia frei. Familie und Unterstützer sind erleichtert. Die Anwältin Claudia Galan, die für die Freilassung des jungen Mannes gekämpft hat, meint: "Ich bin so dankbar, dass Francisco frei ist und er heute Abend zu Hause schlafen kann und seine Mutter sieht."

(pb/mit dpa)

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