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Infektionsausbrüche wegen Migranten? WHO warnt vor Falschmeldungen von rechts

06.05.2019, 17:28

Rechtspopulisten und Neonazis haben in den vergangenen Jahren mehrfach vor angeblichen Ansteckungsgefahren durch kranke Flüchtlinge "gewarnt" – und Ängste geschürt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun klar gestellt, dass diese "Warnungen" meist unbegründet sind und ihrerseits vor der Verbreitung von Falschnachrichten gewarnt.

Generell seien Migranten bei der Ankunft in Europa relativ gesund, heißt es in einem Bericht der WHO, der am Montag in Rom vorgestellt wurde. Zwar seien Geflüchtete öfter von ansteckenden Infektionskrankheiten betroffen. "Aber es besteht ein sehr geringes Risiko, dass diese Krankheiten auf die Bevölkerung der Gastländer übertragen wird."

Stimmungsmache von Rechts

Die hohe Anzahl von Ankünften in Europa seit 2010 habe keine "bedeutenden Ausbrüche" von Infektionskrankheiten mit sich gebracht, heißt es in dem Bericht über den Gesundheitszustand von Migranten und Flüchtlingen in Europa. Unter anderem rechte Politiker wie Italiens Innenminister Matteo Salvini haben Migranten für den Ausbruch von ansteckenden Krankheiten verantwortlich gemacht.

Das Thema werde "emotional diskutiert" und oft von "Fake News" begleitet, sagte Santino Severoni, WHO-Koordinator für öffentliche Gesundheit und Migration. Krankheiten würden nicht nur von "Süd nach Nord übertragen, sondern auch von Nord nach Süd".

"Wir exportieren Masern"

"Wir exportieren Masern weltweit aus dieser Region, das ist ein Fakt", sagte er mit Bezug auf die Impfmüdigkeit in europäischen Ländern. Migranten, die Europa erreichten, würden die Impfempfehlungen der Ärzte in der Regel besser befolgen als die einheimische Bevölkerung.

Migranten litten hingegen oft unter psychischen Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen, heißt es in dem Bericht. Dies liege an ihren teils brutalen Erfahrungen während der Flucht oder in ihren Heimatländern, aber auch an den zermürbend langen Prozessen für ein Asylverfahren, Arbeitslosigkeit oder Diskriminierung in den Gastländern.

(fh/dpa)

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