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USA: Putin-Schiffe vor Küste Floridas beschattet – darunter ein Atom-U-Boot

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Russland hat mehrere Kriegsschiffe nach Kuba geschickt.Bild: imago images / SNA
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USA: Putin-Schiffe vor Küste Floridas beschattet – darunter ein Atom-U-Boot

12.06.2024, 14:04
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Es ist ein Besuch, den Washington sehr genau beobachten dürfte: Russland hat Kriegsschiffe vor die Küste Floridas geschickt. Genauer gesagt: nach Kuba.

Key West im US-Bundesstaat Florida liegt nur rund 170 Kilometer von Kubas Hauptstadt Havanna entfernt. Grund genug, um mit Argusaugen zu beobachten, wer mit welchem Kriegsgerät dort Station macht.

Zwischen dem 12. und 17. Juni sind dies drei russische Marineschiffe sowie das Atom-U-Boot "Kasan". Darunter die Raketenfregatte "Admiral Gorschkow", ein Öltanker und ein Bergungsschlepper, erklärte das kubanische Verteidigungsministerium am Donnerstag. Zwar betonte das Ministerium: "Keines der Schiffe führt Atomwaffen mit sich". Und: Ihr Aufenthalt in Kuba stelle "keine Bedrohung für die Region dar".

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Doch die ungewöhnliche Stationierung russischer Marineschiffe in unmittelbarer Nachbarschaft zu den USA erfolgt inmitten zunehmender Spannungen zwischen Russland und dem Westen wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Eine Reaktion auf die US-Waffenfreigabe an die Ukraine?

USA sieht Russlands Aktion als Antwort auf Waffen-Erlaubnis für Ukraine

Laut einem Bericht der US-Zeitung "Miami Herald" betrachtet die US-Regierung den Schritt Russlands als genau das: Eine Antwort darauf, dass sie der Ukraine kürzlich die Erlaubnis erteilt hatte, amerikanische Waffen in begrenztem Umfang gegen Ziele auf russischem Gebiet einzusetzen.

Der "Spiegel" bezog sich vergangene Woche auf die Einschätzung eines anonymen, hochrangigen Beamten der US-Regierung. Demzufolge wolle Moskau mit erhöhter Aktivität in der Nähe der Vereinigten Staaten eine Botschaft senden und die USA beunruhigen.

Während des Kalten Krieges war Kuba ein wichtiger Verbündeter der damaligen Sowjetunion. Die Stationierung sowjetischer Atomraketen auf der Insel löste 1962 die Kubakrise aus, als die Welt zwei Wochen lang kurz vor einem Atomkrieg zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR stand.

Russland hat auf der Suche nach neuen Handelspartnern seine Beziehungen zur kommunistischen Regierung in Kuba seit 2022 verstärkt. Im November 2022 reiste der kubanische Staatschef Miguel Díaz-Canel nach Moskau, um Kreml-Chef Wladimir Putin zu treffen. Im April 2023 sicherte der kubanische Präsident Moskau "Kubas bedingungslose Unterstützung" in seinem "Kampf mit dem Westen" zu. Kritik am russischen Angriff auf die Ukraine äußerte Kuba nicht.

Putins Fregatte transportiert die von ihm angepriesene Hyperschallwaffe

Auf dem Weg nach Kuba hatte die russische Marine kürzlich Übungen im Atlantik abgehalten. Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) bezog sich auf eine Bekanntgabe des russischen Verteidigungsministeriums, der zufolge die Fregatte Admiral Gorschkow und das Atom-U-Boot Kasan eine Übung durchgeführt haben. Diese sollte einen Raketenangriff auf eine Gruppe von feindlichen Schiffen simulieren.

Open-Source-Intelligence (OSINT)-Analysten haben auf X Karten und Daten veröffentlicht, die Schiffe der kanadischen Marine zeigen. Sie fahren an der Küste Floridas in Richtung Süden und sollen dabei angeblich die vier russischen Schiffe auf dem Weg nach Kuba verfolgt haben.

Medienberichten zufolge transportiert die Admiral Gorschkow die neuen Zirkon-Hyperschallraketen. Putin bezeichnete sie als eine mächtige Waffe, die in der Lage sei, jedes bestehende Raketenabwehrsystem zu durchdringen. Die Zirkon wurde entwickelt, um russische Kreuzer, Fregatten und U-Boote zu bewaffnen und könnte sowohl gegen feindliche Schiffe als auch gegen Bodenziele eingesetzt werden.

Offizielle in Kuba bezeichnen der AP zufolge den Besuch als Ausdruck der "historisch freundschaftlichen Beziehungen" zwischen Russland und Kuba.

Kürzlich hatte der Sprecher des Weißen Hauses, John Kirby, erklärt, dass die Vereinigten Staaten die Situation rund um den Besuch der russischen Marineschiffe in Kuba beobachten, es jedoch nicht als Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit betrachten.

(Mit Material der afp)

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