Ein Demonstrant in Moskau wird von der Polizei abgeführt.
Ein Demonstrant in Moskau wird von der Polizei abgeführt. Bild: imago images/itar-tass/Valery Sharifulin

Mehr als 1300 Festnahmen bei Kundgebung in Moskau

28.07.2019, 12:07

(Update, die Zahl der festgenommennen wurde in diesem Text nach oben korrigiert) Die Polizei in Moskau hat bei einer Demonstration für faire Wahlen hart durchgegriffen.

  • Dem Bürgerrechtsportal OWD-Info zufolge kamen bis zum Samstagnachmittag mehr als 1373 Menschen ins Gewahrsam genommen worden.
  • Die Polizei sprach wenige Stunden zuvor noch von 295 Festgenommenen.
  • Viele von ihnen seien von außerhalb Moskaus zu der nicht genehmigten Kundgebung am Rathaus im Stadtzentrum gekommen.

Darum geht es bei der Demonstration in Moskau

Der Zorn der Demonstranten richtet sich gegen die Stadtbehörden: den kremltreuen Bürgermeister Sergej Sobjanin, die Wahlkommission und auch gegen die Einsatzkräfte. "Ihr seid eine Schande für Russland", skandierten sie auf der Straße.

Die Demonstranten fordern, dass unabhängige Kandidaten und Oppositionelle zur Wahl des neuen Moskauer Stadtparlaments am 8. September zugelassen werden. Zuvor waren zahlreiche Politiker wie der prominente Kremlkritiker Ilja Jaschin als Bewerber nicht registriert worden.

Zwar hatten die Politiker ausreichend Unterstützungserklärungen gesammelt, viele wurden aber von der Wahlkommission als Fälschung eingestuft. Die Opposition hält dies für ein plumpes Manöver der Behörden.

(dpa)

Warum wir wieder über Faschismus reden müssen
Wladimir Putin hat Russland in einen faschistischen Staat verwandelt. Die USA befinden sich auf dem Weg in einen christlich nationalen Gottesstaat.

Der britische Historiker Ian Kershaw stellt in seinem monumentalen Werk über die Geschichte des 20. Jahrhunderts fest, es sei unmöglich, Faschismus zu definieren. Es sei, wie wenn man einen Wackelpudding an die Wand nageln wollte.

Zur Story